Die Aktie ist um mehrere Dutzend Prozent gefallen und die Zahl der Käufe von Bitcoin (BTC) bricht ein. Dennoch sieht ein führendes Analysehaus ausgerechnet jetzt Chancen für Strategy. Sollten die Quartalszahlen in der kommenden Woche überzeugen, erwarten Analysten, dass das Unternehmen den Sprung in den S&P 500 schaffen könnte.
Milliardengewinn könnte Strategy in den S&P 500 bringen
Einem neuen Bericht von 10X Research zufolge hat Strategy gute Chancen, Ende dieses Jahres in den prestigeträchtigen S&P-500-Index aufgenommen zu werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird auf 60 bis 70 Prozent geschätzt, vorausgesetzt, das Unternehmen legt am 30. Oktober starke Quartalszahlen vor. Analysten rechnen mit einem Netto-Buchgewinn von satten 3,8 Milliarden Dollar – maßgeblich dank der gestiegenen Werte der Bitcoin-Reserven des Unternehmens.
Eine Aufnahme in den Index wäre ein großer Schritt, weil sie automatisch zu einem erheblichen Kapitalzufluss führt. Passive Indexfonds, die den S&P 500 abbilden, müssen nämlich die Aktien neu aufgenommener Unternehmen kaufen. Zudem sind diese Fonds bei Langfristinvestoren beliebt, die häufig monatlich nachkaufen. Dieses strukturelle Kaufverhalten kann zusätzliche Nachfrage in Milliardenhöhe erzeugen und den Aktienkurs nach oben treiben.
Seit einem Hoch von 456 Dollar im Juli befindet sich die Aktie allerdings im Abwärtstrend. Seitdem hat Strategy 37 Prozent an Wert verloren. 10X glaubt jedoch, dass das Tief womöglich hinter uns liegt. Im Bericht wird die Stimmung rund um die Aktie als „erschöpft“ bezeichnet – was gerade ein Wendepunkt sein könnte.
Der Kursrückgang geht mit geringeren Käufen einher. So erwarb Strategy im Oktober nur 778 Bitcoin, ein Rückgang um 78 Prozent gegenüber September.
Das Unternehmen bleibt mit großem Abstand der größte öffentliche BTC-Halter. Aktuell besitzt es 640.808 Bitcoin. Beim derzeitigen Kurs von fast 113.000 Dollar entspricht das einem Gesamtwert von 72,4 Milliarden Dollar. Strategy hat die Tokens im Schnitt zu 74.000 Dollar pro Stück gekauft, was dem Unternehmen einen Buchgewinn von stolzen 24,9 Milliarden Dollar beschert.
Strategy erhält spekulatives Kreditrating
Strategy erhielt kürzlich als erstes Bitcoin-fokussiertes Unternehmen ein Kreditrating von S&P Global – ein gemischtes Signal. Einerseits ist die Bewertung ein wichtiger Schritt in Richtung institutioneller Anerkennung. Andererseits fällt das Rating von B- in die spekulative Kategorie. Laut S&P liegen die größten Verwundbarkeiten in der extremen Abhängigkeit von Bitcoin, der engen Unternehmensfokussierung, einer geringen Dollar-Liquidität und einer schwachen Kapitalstruktur.
Nach Einschätzung von 10X Research könnte dies genau der Punkt im Zyklus sein, an dem Liquidität an den Markt zurückkehrt. Sollte der erwartete Gewinn von 3,8 Milliarden Dollar tatsächlich erreicht werden, könnte das als Katalysator für eine Kurserholung und die formelle Aufnahme in den S&P 500 am 19. Dezember dienen.
Im September 2025 wurde Strategy noch für die Aufnahme in den S&P 500 abgelehnt, obwohl das Unternehmen alle formalen Zulassungskriterien erfüllte. Während Firmen wie Robinhood, AppLovin und Emcor Group aufgenommen wurden, entschied das Auswahlgremium, Strategy außen vor zu lassen. Nach Ansicht von Analysten spielte die extreme Abhängigkeit vom Bitcoin-Kurs eine Rolle: Das Unternehmen galt trotz seiner Gewinnzahlen und Marktkapitalisierung möglicherweise als zu risikoreich für einen breiten Index.
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