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Zentralbanken setzen weiterhin auf Gold und laut Goldman Sachs könnte dies den Goldpreis zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr erneut in Richtung Rekordhöhen treiben. Die US-Investmentbank erwartet, dass Länder angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und Unsicherheiten an den Finanzmärkten ihre Goldreserven weiter ausbauen werden. Damit etabliert sich Gold erneut als wichtige sichere Anlage für Investoren.
Goldman Sachs geht davon aus, dass Zentralbanken in diesem Jahr durchschnittlich sechzig Tonnen Gold pro Monat kaufen werden. Das liegt deutlich über den vorherigen Einschätzungen. Vor allem die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die Unruhen an den Anleihemärkten sorgen laut Analysten für ein verstärktes Interesse an Gold.
Laut Goldman Sachs ist die Goldnachfrage vonseiten der Zentralbanken höher als bisher angenommen. Die Bank hat daher ihre Schätzung für die weltweite Goldakkumulation angehoben. Während zuvor lediglich 29 Tonnen erwartet wurden, lag das durchschnittliche Kaufvolumen im März noch bei fünfzig Tonnen pro Monat.
Analysten verweisen auf einen steigenden Bedarf an Diversifikation. Länder wollen unabhängiger von traditionellen Währungen wie dem US-Dollar werden. Gerade jetzt, da geopolitische Risiken zunehmen, betrachten viele Zentralbanken Gold als Stabilitätsanker.
Auch der World Gold Council veröffentlichte kürzlich bemerkenswerte Zahlen. Laut dieser Organisation kauften Zentralbanken im ersten Quartal gemeinsam 244 Tonnen Gold. Das war mehr als in den vorangegangenen drei Monaten.
China spielte erneut eine Hauptrolle. Die People’s Bank of China kaufte im April mehr als 260.000 Troy-Unzen Gold hinzu. Damit war es der 18. Monat in Folge, in dem die chinesische Zentralbank ihre Goldbestände ausweitete.
Dennoch hatte Gold in den vergangenen Monaten eine schwierige Phase. Durch den Krieg im Nahen Osten stiegen die Energiepreise stark an, was weltweit für zusätzlichen Inflationsdruck sorgte. Anleger erwarten deshalb, dass Zentralbanken Zinssenkungen länger hinauszögern werden.
Höhere Zinsen sind in der Regel negativ für Gold. Das Edelmetall bringt keine Rendite, weshalb Anleger eher auf Anleihen oder verzinsliche Produkte setzen.
Der Goldpreis liegt derzeit bei etwa 4.545 Dollar pro Unze. Das ist deutlich niedriger als das Rekordhoch von fast 5.600 Dollar, das Anfang dieses Jahres erreicht wurde. Dennoch bleibt Goldman Sachs auffallend optimistisch. Die Investmentbank erwartet weiterhin, dass Gold bis zum Jahresende auf 5.400 Dollar pro Unze steigen könnte.
Auch UBS und ANZ äußerten kürzlich ähnliche optimistische Prognosen für den Goldmarkt.
Laut Goldman Sachs könnte Gold kurzfristig weiterhin anfällig bleiben, sollten die Finanzmärkte weiter unter Druck geraten. In Stressphasen verkaufen Anleger mitunter sogar Gold, um schnell Liquidität freizusetzen.
Dennoch scheint der langfristige Trend laut Analysten klar. Zentralbanken kaufen strukturell mehr Gold, was den Markt in den kommenden Jahren weiter stützen könnte. Gerade weil Sorgen über Schulden, Inflation und geopolitische Konflikte weltweit zunehmen, gewinnt Gold als sichere Anlage schnell wieder an Bedeutung.
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