In Amerika sind die wirtschaftlichen Zahlen gemischt. Einerseits sieht es gut aus. So verzeichnete der Dienstleistungssektor ein Umsatzwachstum. Andererseits beginnt der amerikanische Arbeitsmarkt gerade Risse zu zeigen. Das könnte dazu führen, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen senken wird, etwas, worauf Investoren schon Monate hoffen.
Amerikanischer Arbeitsmarkt stockt
Laut heute veröffentlichten Daten des Lohnabwicklers ADP ist die Zahl der Arbeitsplätze im privaten Sektor im Juni um 33.000 gesunken, während Ökonomen mit einem Anstieg von 98.000 gerechnet hatten.
Es ist die erste negative Abweichung seit März 2023. Auch die Zahl des Vormonats wurde nach unten korrigiert, von 37.000 auf 29.000.
Dieser enorme Dämpfer bedeutet, dass der amerikanische Arbeitsmarkt plötzlich viel schwächer erscheint als gedacht. Weniger neue Arbeitsplätze sind nämlich ein erstes Anzeichen dafür, dass Unternehmen zurückhaltender werden. Es kann ein erstes Zeichen einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage sein.
Komischerweise sind Investoren bei solchen Ergebnissen ganz aus dem Häuschen. Etwas zynisch, aber viele Investoren hoffen nur allzu sehr auf eine Zinssenkung. Das macht das Ausleihen nämlich billiger. Dadurch wird mehr Geld verfügbar, das auf der Suche nach Rendite ist.
Wir müssen bis Ende letzten Jahres zurückgehen, um die letzte Zinssenkung zu finden. Im September gab es noch eine Senkung um 0,50 Prozentpunkte, gefolgt von 0,25 Prozentpunkten sowohl im November als auch im Dezember. Seitdem steht die Zinspolitik bereits sechs Monate auf Pause.
Powell zweifelt
Fed-Vorsitzender Jerome Powell wiederholt seit Monaten, dass der amerikanische Arbeitsmarkt „stark genug ist“, um die hohen Zinsen zu tragen. Gleichzeitig erwarten die Politikgestalter, dass Donald Trumps Importzölle die Inflation noch weiter antreiben werden.
Aber viele FOMC-Mitglieder hätten jetzt auf Senkungen gedrängt. Es ginge sogar um eine „deutliche Mehrheit“, so verkündete Powell diese Woche.
Dennoch scheint der monetäre Pfad weniger sicher als er aussieht. Die Zahlen stehen im starken Kontrast zum wachsenden Umsatz im Dienstleistungssektor. Der ISM Services PMI, ein Dienstleistungsindex, stieg beispielsweise.
Während des kürzlichen Panels in Sintra gab Powell zu, dass die Zinsen wahrscheinlich bereits gesenkt worden wären, wenn Präsident Trump nicht auf neue Importzölle bestanden hätte. Der Vorsitzende entscheidet sich dafür, erst die Auswirkungen davon abzuwarten, bevor er weitere Zinssenkungen vornimmt.
Trotz der schwankenden Zahlen hat der Futuresmarkt seine Zinserwartungen stark korrigiert. Für Juli wird die Wahrscheinlichkeit einer Senkung jetzt deutlich höher eingeschätzt, bei 24,3 Prozent. Für September liegt diese Erwartung derzeit sogar bei 93,8 Prozent.
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