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Das geplante Ironwood-Upgrade des auf Privatsphäre ausgerichteten Kryptonetzwerks Zcash (ZEC) könnte verschoben werden. Nach Einschätzung des Entwicklers Shielded Labs haben wichtige Akteure im Netzwerk, darunter Kryptobörsen, Mining-Pools und Wallet-Anbieter, möglicherweise nicht genug Zeit, ihre Systeme bis zur geplanten Aktivierung Ende Juli vorzubereiten.

Eine mögliche Verschiebung käme zu einem heiklen Zeitpunkt. Ironwood soll eine gravierende Schwachstelle im Netzwerk beheben, während Zcash zugleich auf eine vollständig neue Software-Infrastruktur umstellt.

Ironwood soll gravierende Schwachstelle beheben

Ironwood wurde entwickelt, nachdem Forscher eine gravierende Schwachstelle in Orchard entdeckt hatten, der wichtigsten abgeschirmten Transaktionsumgebung von Zcash. Durch diesen sogenannten „Infinity Bug“ könnte ein Angreifer theoretisch eine unbegrenzte Zahl gefälschter ZEC-Token erzeugen, ohne dass dies unmittelbar sichtbar würde.

Nach Angaben der Entwickler gibt es keine Hinweise darauf, dass die Schwachstelle tatsächlich ausgenutzt wurde. Vollständig ausschließen lässt sich das jedoch nicht. Gerade weil Orchard Transaktionen abschirmt, kann im Nachhinein nicht jede Transaktion lückenlos überprüft werden.

Mit dem Ironwood-Upgrade führt Zcash deshalb einen neuen Privacy-Pool ein. Neue Transaktionen über Orchard werden gestoppt, während Coins, die die alte Umgebung verlassen, einer zusätzlichen Prüfung unterzogen werden. So soll sichergestellt werden, dass die Zahl der im Umlauf befindlichen ZEC-Token innerhalb der festgelegten Grenzen bleibt.

Zwei große Umstellungen auf einmal

Nach Angaben von Jason McGee, Direktor von Shielded Labs, stehen Organisationen im Zcash-Ökosystem vor einer doppelten Herausforderung. Neben der Einführung von Ironwood müssen sie sich von der veralteten Software zcashd verabschieden.

An ihre Stelle tritt der neue Z3-Stack. Er besteht aus Zebra, das die Verbindung zum Netzwerk herstellt, Zaino, das Blockchain-Daten für Anwendungen bereitstellt, und Zallet, das zur Verwaltung von Wallets genutzt wird.

Weil beide Umstellungen gleichzeitig erfolgen, müssen Infrastruktur-Anbieter ihre Systeme anpassen, umfassend testen und prüfen, bevor das Upgrade sicher aktiviert werden kann. Genau darin sieht McGee die größte Herausforderung. Vor allem Zallet und Zaino befinden sich noch in der Entwicklung und sind noch nicht vollständig für Produktionsumgebungen geeignet.

Gespräche mit Infrastruktur-Anbietern zeigen, dass ein Teil der Unternehmen damit rechnet, Ende Juli für die Migration bereit zu sein. Andere Akteure geben an, mehr Zeit zu benötigen, um den Wechsel sorgfältig abzuschließen. Zudem geht aus der offiziellen Dokumentation hervor, dass einige Funktionen von zcashd keinen direkten Ersatz erhalten, weshalb Organisationen ihre bestehende Infrastruktur anpassen müssen.

Noch keine Entscheidung über Verschiebung

Shielded Labs betont, dass über eine Verschiebung des Ironwood-Upgrades noch nicht endgültig entschieden wurde. Derzeit werden verschiedene Szenarien geprüft.

Auch Zcash-Gründer Zooko Wilcox erklärte, die bisherigen Sicherheitsprüfungen hätten keine kritischen Schwachstellen ergeben. Die Entwickler arbeiteten weiter an zusätzlichen Überprüfungen, damit die neue Infrastruktur sicher und stabil aktiviert werden kann, sobald das Netzwerk dafür bereit ist.

Mit einer möglichen Verschiebung will Zcash verhindern, dass Infrastruktur-Anbieter unter Zeitdruck eine tiefgreifende Software-Migration durchführen müssen. Das Netzwerk setzt damit auf eine sorgfältige Umsetzung, auch wenn Ironwood später eingeführt wird als ursprünglich geplant.

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