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Zcash (ZEC) vollzieht am 28. Juli mit der Einführung des lange erwarteten Ironwood-Upgrades einen wichtigen Schritt. Nach Angaben der Entwickler wird das Update gegen 14.00 Uhr deutscher Zeit aktiviert, sobald Block 3.428.143 erreicht ist. Ab diesem Zeitpunkt gelten im Netzwerk neue Regeln, die ein zuvor entdecktes Sicherheitsproblem endgültig beheben sollen.
Kernentwickler Sean Bowe teilte mit, dass Börsen, Wallet-Anbieter, Miningpools und weitere große Akteure im Zcash-Ökosystem den gleichzeitigen Umstieg bestätigt haben. Damit stehen die Chancen gut, dass das Upgrade reibungslos verläuft.
Die wichtigste Änderung betrifft den bisherigen Orchard-Pool, der künftig keine neuen privaten Transaktionen mehr verarbeitet. Nutzer, die die abgeschirmten Transaktionen von Zcash weiter verwenden wollen, müssen ihre ZEC in einen neuen Privacypool übertragen.
Während dieses Wechsels prüft das Netzwerk automatisch, ob alle Guthaben korrekt übertragen werden. Die Entwickler wollen damit sicherstellen, dass die Gesamtmenge an ZEC vollständig nachvollziehbar ist, bevor der alte Pool endgültig ausläuft.
Zcash ist für den Einsatz von Zero-Knowledge-Kryptografie bekannt. Diese Technologie ermöglicht es, Transaktionen zu verifizieren, ohne sensible Informationen wie Beträge oder die Identität von Sender und Empfänger offenzulegen.
Ironwood wurde entwickelt, nachdem im Mai eine schwerwiegende Schwachstelle im Orchard-Pool entdeckt worden war. Durch diesen sogenannten Infinity Bug hätten theoretisch unbemerkt zusätzliche ZEC erzeugt werden können.
Nach Angaben der Entwickler gibt es keine Hinweise darauf, dass die Schwachstelle jemals ausgenutzt wurde. Der Wechsel in den neuen Privacypool dient dennoch zugleich als zusätzliche Kontrolle. Sollten jemals gefälschte Coins entstanden sein, würden sie erst sichtbar, wenn sie in den neuen Pool übertragen werden. Coins, die nicht migriert werden, können nach dem Upgrade zudem nicht mehr verwendet werden.
Shielded Labs bezeichnet die Migration deshalb nicht nur als technisches Upgrade, sondern auch als wichtige Überprüfung der Verlässlichkeit aller derzeit im Umlauf befindlichen ZEC.
Ursprünglich sollte Ironwood bereits am 21. Juli aktiviert werden. Letztlich entschieden sich die Entwickler jedoch, das Update um eine Woche zu verschieben. Dadurch erhielten Börsen, Miningpools und Wallet-Anbieter zusätzliche Zeit, ihre Systeme vorzubereiten.
Nach Angaben von Shielded Labs sinkt dadurch das Risiko von Problemen während der Umstellung. Wenn alle Beteiligten im Vorfeld demselben Zeitplan folgen, soll der Übergang ohne Störungen verlaufen.
Das Upgrade kommt für das Netzwerk zu einem besonderen Zeitpunkt. Inzwischen sind 16.806.723 ZEC ausgegeben. Damit befinden sich gut 80 Prozent des maximalen Angebots von 21 Millionen Coins bereits im Umlauf.
Umso wichtiger wird es, dass das Netzwerk exakt nachweisen kann, wie viele ZEC tatsächlich existieren. Wie Bitcoin (BTC) hat auch Zcash ein fest begrenztes maximales Angebot. Für Anleger ist eine verlässliche Erfassung des umlaufenden Angebots daher entscheidend.
Die Entdeckung der Schwachstelle sorgte Anfang Juni für erhebliche Unruhe. Der ZEC-Kurs fiel binnen kurzer Zeit um rund 50 Prozent, von mehr als 600 Dollar auf etwa 300 Dollar, weil Anleger an der Sicherheit des Netzwerks zweifelten.
Seitdem hat sich die Stimmung verbessert. Der Kurs hat einen großen Teil der Verluste aufgeholt, zudem beruhigte eine unabhängige Sicherheitsprüfung die Nutzer. Nach Angaben von Zcash-Gründer Zooko Wilcox wurden bei einem Audit mit Anthropics Mythos AI keine neuen schwerwiegenden Schwachstellen gefunden.
Damit wird der 28. Juli zu einem wichtigen Test für Zcash. Verläuft das Ironwood-Upgrade ohne Probleme, könnte es das Vertrauen in das Netzwerk weiter stärken und die Unsicherheit beenden, die nach der Entdeckung der Sicherheitslücke entstanden war.
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