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Jahrelang entwickelten sich Ripple (XRP) und Stellar (XLM) nahezu synchron. Die beiden Zahlungsnetzwerke teilen nicht nur historische Verbindungen über den Gründer Jed McCaleb, sondern zeigten auch häufig ähnliche Kursmuster. Dies scheint nun abrupt geendet zu haben.
Seit Ende Mai verzeichnet Stellar eine beeindruckende Rally, während der XRP-Kurs an Boden verliert. Der Hauptgrund liegt laut Marktdaten in einem schnell wachsenden Sektor: der Tokenisierung.
Der Wendepunkt kam, nachdem die Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC), eines der wichtigsten Finanzinfrastrukturunternehmen der USA, ankündigte, ab 2027 Aktien, ETFs und US-Staatsanleihen auf dem Stellar-Netzwerk zu tokenisieren.
Diese Nachricht gab Investoren ein deutliches Signal. Stellar wird zunehmend als wichtiger Akteur im Markt für Real-World Assets (RWA) wahrgenommen.
Auf dem Papier scheint XRP Ledger mehr Tokenisierungsprojekte als Stellar zu haben. Laut Daten von RWA.xyz laufen 302 RWA-Projekte auf XRPL im Vergleich zu 68 auf Stellar. Doch die Zahlen hinter den Kulissen erzählen eine ganz andere Geschichte.
Der Gesamtwert der tokenisierten Vermögenswerte auf Stellar beträgt inzwischen 2,83 Milliarden Dollar. Das ist ein Anstieg von über 21 Prozent innerhalb von dreißig Tagen. XRPL hingegen kommt nur auf 360 Millionen Dollar und verzeichnete dabei einen Rückgang von fast elf Prozent.
Auch die Aktivität liegt auf Stellar deutlich höher. Das Übertragungsvolumen tokenisierter Vermögenswerte stieg innerhalb eines Monats um über 142 Prozent auf 661 Millionen Dollar. Auf XRPL blieb es bei etwa 45 Millionen Dollar.
Vielleicht noch bemerkenswerter ist der Unterschied bei den Nutzern. Stellar zählt inzwischen fast 18.000 Inhaber von tokenisierten Vermögenswerten. XRPL hat lediglich 122.
Investoren scheinen diese Entwicklung direkt in den Kursen verarbeitet zu haben.
Seit Ende Mai stieg Stellar (XLM) um etwa 49 Prozent. XRP verlor im gleichen Zeitraum fast 16 Prozent an Wert.
Dennoch ist nicht alles negativ für Ripple. Das Netzwerk bleibt im Bereich der Stablecoins dominant. XRPL verarbeitet derzeit über 922 Millionen Dollar an Stablecoins, im Vergleich zu etwa 296 Millionen Dollar auf Stellar. Auch das monatliche Transfervolumen von Stablecoins liegt auf XRPL höher.
Dieses Vorteil erweist sich jedoch vorerst als unzureichend, um Investoren zu überzeugen.
Auch auf den Grafiken ist der Unterschied deutlich sichtbar.
Bei Stellar führte der Ausbruch Ende Mai zu einem starken Anstieg in Richtung 0,29 Dollar. Der Relative Strength Index (RSI) ist inzwischen auf 57 zurückgefallen, was darauf hindeutet, dass sich der Markt abkühlt, ohne dass der Aufwärtstrend direkt beschädigt wird.
Für XRP sieht das Bild weniger stark aus. Der Coin fiel Anfang Juni unter den Mittelpunkt der Bollinger-Bänder und bewegt sich derzeit um 1,13 Dollar. Damit befindet sich XRP zwischen der Mittellinie bei 1,17 Dollar und dem unteren Band bei rund 1,05 Dollar.
Der RSI steht bei 39, was auf schwachen Kaufdruck hindeutet. Gleichzeitig nähert sich das Niveau den überverkauften Bedingungen, einem Bereich, in dem oft neue Käufer erscheinen.
Analysten heben zudem die immer enger werdenden Bollinger-Bänder hervor. Das weist in der Regel auf eine Konsolidierungsphase hin, die einer größeren Kursbewegung vorausgeht.

Wenn XRP über 1,17 Dollar ausbrechen kann und anschließend den Widerstand bei rund 1,30 Dollar überwindet, könnte eine Erholung in Richtung 1,45 bis 1,60 Dollar folgen.
Fällt der Kurs jedoch unter 1,05 Dollar, rückt die psychologisch wichtige Marke von 1 Dollar erneut ins Blickfeld.
Vorläufig scheint Stellar den Kampf um die Aufmerksamkeit der Anleger zu gewinnen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob XRP erneut von dem wachsenden Tokenisierungsmarkt profitieren kann oder ob XLM seinen Vorsprung weiter ausbaut.
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