Die Stimmung auf dem Kryptomarkt hellt langsam auf. Bitcoin (BTC) erholt sich und auch Altcoins zeigen wieder Lebenszeichen, doch es bleibt ein weiter Weg, um die Verluste der vergangenen Monate auszugleichen.
Laut Market Maker Wintermute müssen zunächst drei zentrale Voraussetzungen erfüllt sein, damit das Jahr 2026 zum Jahr des Comebacks werden kann.
Alte Zyklen brechen auf
In seinem OTC-Marktreport erklärt Wintermute, dass das jahrelang feste Muster des „Recyclings“ 2025 durchbrochen wurde. Gewinne flossen nicht mehr automatisch von Bitcoin zu Ethereum (ETH) und anschließend zu anderen Altcoins.
Stattdessen ging Kapital vor allem an eine kleine Gruppe der großen Coins. Börsennotierte Fonds und institutionelle Investoren spielten dabei eine zentrale Rolle.
Die Folge: ein enger Markt, große Leistungsunterschiede und kurze Altcoin-Rallys. Diese hielten im Durchschnitt nur noch etwa zwanzig Tage, im Vergleich zu sechzig Tagen im Vorjahr.
„Das Jahr 2025 hat gezeigt, dass der traditionelle Vierjahreszyklus zunehmend an Bedeutung verliert“, schreibt Wintermute. „Nur wenige Token lieferten eine bessere Performance als der Markt, während viele Altcoins unter dem Druck von Token-Unlocks (der Freigabe zuvor gesperrter Coins) nachgaben.“
Drei Szenarien zur Erholung des Marktes
Für eine bessere Marktentwicklung 2026 sieht Wintermute drei potenzielle Treiber. Erstens könnten ETFs und Unternehmen mit Krypto auf der Bilanz ihren Fokus über Bitcoin und Ethereum hinaus erweitern. Das könnte frisches Kapital in Richtung anderer Altcoins lenken.
Eine zweite Möglichkeit ist eine erneute starke Rally der großen Coins. Diese könnte einen sogenannten Wohlstandseffekt erzeugen, bei dem sich Anleger reicher fühlen und mehr Risiken eingehen. Der dritte, möglicherweise schwierigste Weg, ist die Rückkehr der Privatanleger.
Diese Gruppe ist derzeit schwer zu motivieren. Erstmals waren es vor allem die institutionellen Anleger, die den Bullenmarkt getragen haben. Viele Privatanleger sind noch von dem Bärenmarkt 2022 gezeichnet, als ein großes Unternehmen nach dem anderen fiel.
Gleichzeitig lassen sich Menschen von anderen Märkten mit spektakulären Gewinnen anziehen, wie Edelmetallen oder Künstlicher Intelligenz (KI). So stieg Silber in den letzten zwei Jahren beispielsweise um fast 300 Prozent im Wert.
Charles Edwards, Gründer von Capriole Investments, äußerte sich dazu und sagte, dass vor allem institutionelle Investoren für die Erholung des Kryptomarktes entscheidend seien. Sie seien die „Motoren eines höheren Bitcoin-Preises“.
„Wenn wir wirklich wollen, dass Bitcoin steigt, müssen wir klare und signifikante Risiken beseitigen, um Allokationen zu maximieren. Für Bitcoin ist das derzeitige Gegenwindrisiko die Quantentechnologie“, so Edwards.
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