Kryptobörse Gemini in Schwierigkeiten. Das Unternehmen verlor in diesem Jahr mehr als die Hälfte seines Börsenwerts, strich 30 Prozent der Belegschaft und zog sich aus dem europäischen Markt zurück.
Intern wird nun eine bemerkenswerte Maßnahme diskutiert. Quellen zufolge erwägt das Unternehmen, die Gründer Tyler und Cameron Winklevoss zu bitten, Kredite in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar zu erlassen.
330 Millionen Dollar an Bitcoin-Schulden
Über den Winklevoss Capital Fund hat das Winklevoss-Zwillingspaar bereits seit längerer Zeit Geld an Gemini verliehen. Ende Dezember belief sich die offene Schuld auf 4.619 Bitcoin, was aktuell über 330 Millionen Dollar entspricht.
Laut Bloomberg wird intern eine mögliche Lösung geprüft, bei der diese Schulden in zusätzliche Anteile umgewandelt werden. Dies würde die Bilanz von Gemini stärken, ohne dass sofort Bargeld benötigt wird.
Jede große Entscheidung liegt letztendlich bei den Zwillingen selbst, die die Mehrheit der Stimmrechte kontrollieren. Ob sie bereit sind, einer solchen Konstruktion zuzustimmen, bleibt unklar.
Massenentlassung und Rückzug aus Europa
Die Probleme bei Gemini türmen sich in rasantem Tempo auf. Im Februar kündigte das Unternehmen eine umfangreiche Entlassungsrunde an und zog sich aus dem Vereinigten Königreich, der Europäischen Union und Australien zurück. Gleichzeitig verließen auch der COO, CFO und der Chefjurist das Unternehmen.
Zum 1. März beschäftigte Gemini noch etwa 445 Mitarbeiter, rund 30 Prozent weniger als vor der Umstrukturierung.
Am Donnerstag berichtete CoinDesk, dass interessierte Parteien die Übernahme von Geminis ausländischen Lizenzen in Betracht ziehen. Die Aktie stieg auf diese Nachricht hin um 9 Prozent, liegt aber immer noch mehr als 50 Prozent unter dem Stand zu Jahresbeginn. Die Lizenzen würden aufgrund der Komplexität der Übertragung laut Insidern nicht mehr als ein paar Millionen Dollar einbringen.
Verlust von 585 Millionen Dollar in 2025
Im vergangenen Herbst ging Gemini an die Börse, doch der Zeitpunkt erwies sich als unglücklich. Der Bitcoin-Kurs liegt mittlerweile über 40 Prozent unter dem Hochstand vom Oktober. Der gesamte Kryptomarkt steht unter Druck, aber Gemini trifft es besonders hart.
Das Unternehmen verzeichnete im vergangenen Jahr einen Verlust von 585 Millionen Dollar, einschließlich nicht realisierter Verluste auf Kryptoanlagen. Durch sinkende Handelsvolumina, zurückgehende Einnahmen und einen erheblich verkleinerten Personalbestand gerät das Geschäftsmodell zunehmend unter Druck.
Bithumb-Chef wegen Verdachts auf Bestechung angeklagt
Fall erhöht Druck auf Bithumb, das bereits unter Beobachtung der südkoreanischen Behörden steht.
Blockchain-Experten kritisieren britische Sanktionen gegen Kryptobörse HTX
Die Diskussion entfachte sich, nachdem Großbritannien am 26. Mai Sanktionen gegen Huobi Global S.A., das panamaische Unternehmen hinter HTX, verhängt hatte.
Bitvavo erneut zur größten Euro-Kryptobörse der Welt gekürt
Die Amsterdamer Börse sichert sich 44 % des gesamten Euro-Spothandels mit Krypto und lässt die großen Konkurrenten Kraken, Coinbase und Binance weit hinter sich
Meist gelesen
XRP-Investoren verkaufen verstärkt mit Verlust – ein positives Zeichen
XRP-Investoren verkaufen zunehmend mit Verlust, ein Signal, das laut On-Chain-Daten häufig in der Nähe von Tiefpunkten auftritt.
Kann der XRP-Kurs auf 10.000 Dollar steigen? Das sagt ein Analyst
Wird der Wert von XRP durch Spekulation oder echten Einsatz bestimmt? Analyst Eri erklärt, wie kollektives Vertrauen den Kurs beeinflusst.
ChatGPT: XRP-Kursprognose für den 1. Juli 2026
Ein KI-Modell sagt voraus, dass der XRP-Kurs am 1. Juli bei etwa 1,24 Dollar liegen könnte. Doch es gibt auch pessimistischere Szenarien.
