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Berkshire Hathaway gehört zu den bedeutendsten Unternehmen Amerikas. Dies liegt nicht nur an seiner Größe, sondern vor allem an seiner Symbolkraft.
In einer Börsenwelt, die mittlerweile von KI, SpaceX, Elon Musk und extrem teuren Technologiewerten dominiert wird, steht Berkshire für etwas anderes: Geduld, Disziplin, Cashflow, Versicherungen, starke Bilanzen und langfristiges Denken.
Was bleibt von Berkshire Hathaway, wenn es nicht mehr eindeutig besser abschneidet als der Markt?

Jahrelang galt Berkshire als Beweis, dass geduldiges Value-Investing den breiten Markt schlagen kann. Warren Buffett baute ein Konglomerat auf, das nicht nur Unternehmen kaufte, sondern auch eine Anlagestrategie verkörperte.
Diese Zeit scheint nicht mehr selbstverständlich.
In den letzten vierzehn Jahren hat Berkshire den S&P 500 nicht dauerhaft übertroffen. Manchmal schnitt Berkshire besser ab, vor allem in schwachen Märkten. In euphorischen Zeiten war dagegen der S&P 500 oft überlegen.
Insgesamt erscheint es eher als ein Unentschieden denn als Dominanz. Das ist kein Desaster. Berkshire bleibt ein beeindruckendes Unternehmen. Doch die alte Versprechung verliert an Kraft.
Heute könnte man Berkshire als eine Art steuerlich effizienten, defensiveren Indexfonds ohne Verwaltungskosten betrachten.
Die Aktie ist weniger volatil als der S&P 500 und schüttet keine Dividende aus, was die Steuerlast der Anleger mindert, solange sie nicht verkaufen. Zudem besitzt sie einen breiten Mix aus Unternehmen, Aktien und Versicherungsgeschäften.
Das ist attraktiv, aber auch etwas enttäuschend. Denn wenn Berkshire vor allem eine ruhigere Alternative zum S&P 500 geworden ist, stellt sich die Frage, was das Unternehmen noch zu seinem Mythos beiträgt.
Ein wesentlicher Teil der Berkshire-Legende dreht sich um Krisenmomente. Buffett konnte in Zeiten der Panik Kapital an starke Unternehmen liefern, die schnell Geld benötigten.
Dieses sogenannte „Friday night money“ kam zu attraktiven Bedingungen und brachte Berkshire enorme Vorteile. Doch diese Welt hat sich verändert.
Große Akteure wie Blackstone, Apollo und andere Private-Market-Giganten sind inzwischen bereit, in Krisen Kapital bereitzustellen. Zudem greift die Federal Reserve heutzutage viel schneller ein, um mit Liquidität zu reagieren, wenn das System ins Wanken gerät.
Dadurch ist Berkshire nicht mehr die einzige Partei mit tiefen Taschen und langem Atem. Auf die nächste Krise zu warten, ist daher wahrscheinlich keine Strategie mehr, um den Markt strukturell zu übertreffen.
Will Berkshire mehr sein als nur ein defensiver Indexersatz, muss das Unternehmen wahrscheinlich entschlossener handeln und auf Überzeugung setzen.
Das gilt insbesondere für das Aktienportfolio.
Berkshire hat die einzigartige Möglichkeit, große Aktienpositionen zu halten. Versicherer dürfen das normalerweise nur begrenzt, doch dank seiner enormen Reserven genießt Berkshire das Vertrauen der Aufsichtsbehörden.
Hier liegt eine Chance. In einem Markt, in dem passive Fonds immer dominanter werden, können gerade missverstandene Unternehmen für geduldige aktive Investoren attraktiver werden.
Buffett hat bereits gezeigt, dass dies möglich ist. Die riesige Investition in Apple zwischen 2016 und 2018 war mutig, konzentriert und extrem erfolgreich. Berkshire braucht mehr von solchen Entscheidungen.
Eine zweite Chance liegt darin, Unternehmen zu bauen, nicht nur sie zu kaufen.
Die Übernahme des Wohnungsbauers Taylor Morrison zeigt, was möglich ist. Amerika kämpft mit einem Wohnungsmangel, während der Bausektor zersplittert ist und viele Akteure teure Wachstumsfinanzierungen benötigen.
Berkshire hat hingegen Zugang zu günstigem und stabilem Kapital. Damit kann das Unternehmen kleinere Akteure konsolidieren, Skalenvorteile schaffen und einen Sektor stärken, der für die US-Wirtschaft strukturell wichtig ist.
In dieser Hinsicht kann Berkshire mehr als ein Konglomerat werden. Es kann zu einer Art Private-Equity-Fonds mit unendlichem Zeithorizont werden. Keine schnellen Ausstiege, keine finanziellen Tricks, sondern geduldiges Bauen.
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