Die südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde Financial Services Commission (FSC) plant, im Juli neue Vorschriften für tokenisierte Wertpapiere vorzustellen. Damit geht das Land einen wichtigen Schritt in Richtung Integration von Blockchaintechnologie in den traditionellen Finanzsektor.
Die neuen Richtlinien sollen als Vorbereitung für gesetzliche Regelungen dienen, die am 4. Februar 2027 vollständig in Kraft treten werden. Südkorea möchte damit eine der ersten großen Volkswirtschaften sein, die Blockchain-basierte Wertpapiere offiziell in die bestehende Finanzregulierung einbezieht.
Neue Regeln für digitale Aktien und Anleihen
Laut der FSC umfasst das im Juli angekündigte Paket eine Roadmap für die Tokenisierung von Aktien, Anleihen und Geldmarktfonds. Zudem prüft die Aufsichtsbehörde mögliche Anpassungen der Regeln für den außerbörslichen Handel, bei dem Transaktionen außerhalb der traditionellen Börse stattfinden.
Darüber hinaus untersucht Südkorea neue Möglichkeiten für fraktionale Investitionen. Dadurch können Anleger kleine Anteile von Finanzprodukten erwerben, was Investitionen für ein breiteres Publikum zugänglicher macht.
Die Pläne wurden während des zweiten Treffens eines öffentlichen-privaten Rates für tokenisierte Wertpapiere vorgestellt. Diese Arbeitsgruppe wurde im März gegründet, um Regeln für die Emission, den Handel, die Infrastruktur und die Abwicklung digitaler Wertpapiere zu entwickeln.
FSC-Vizepräsident Kwon Dae-young bestätigte, dass die Aufsichtsbehörde im Juli mit weiteren Details an die Öffentlichkeit gehen wird.
„Das Ziel ist es, im Juli eine Ankündigung zu machen“, sagte Kwon. Ihm zufolge sollen die neuen Regeln zur weiteren Institutionalisierung von tokenisierten Wertpapieren beitragen.
Blockchain erhält offizielle rechtliche Anerkennung
Mit den Gesetzesänderungen will Südkorea Blockchain-Ledger offiziell als gültige Systeme zur Registrierung von Wertpapieren anerkennen. Dadurch erhalten digitale Wertpapiere denselben rechtlichen Status wie traditionelle Finanzprodukte.
Die Regulierung ist Teil von Änderungen im Kapitalmarktgesetz und dem Gesetz über elektronische Wertpapiere. Sobald diese Gesetze 2027 vollständig umgesetzt sind, entsteht in Südkorea ein regulierter Markt für die Ausgabe, den Vertrieb und den Handel von Blockchain-Wertpapieren.
Damit verlassen tokenisierte Wertpapiere endgültig die experimentelle Phase und unterliegen vollständig der Aufsicht der FSC.
Die südkoreanische Aufsichtsbehörde kündigte die geplanten Gesetzesänderungen erstmals am 15. Januar 2026 an. Gesetzgeber erhielten anschließend eine Vorbereitungszeit von einem Jahr.
Südkoreanische Zentralbank unterstützt Tokenisierung
Auch die Bank von Korea äußert sich zunehmend positiv über Blockchaintechnologie und Tokenisierung. Der neue Gouverneur der Zentralbank, Hyun-Song Shin, sprach kürzlich öffentlich seine Unterstützung für tokenisierte Einlagen aus.
Das sind digitale Versionen von Bankguthaben, die über Blockchaintechnologie verarbeitet werden. Befürworter argumentieren, dass diese Systeme Zahlungen schneller, effizienter und transparenter machen können.
Außerdem gab das südkoreanische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen am 16. April bekannt, dass es ein Pilotprojekt startet, bei dem tokenisierte Einlagen für staatliche Ausgaben verwendet werden. Der vollständige Rollout ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
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