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Bitcoin (BTC) gilt oft als digitale Form des Geldes, die sich außerhalb des Einflusses von Regierungen befindet. Ein aktuelles Urteil in Südkorea stellt diese Annahme jedoch in Frage. Das höchste Gericht entschied, dass die Regierung unter bestimmten Umständen Kryptowährungen beschlagnahmen darf. Aber wie funktioniert das genau?

Bitcoin auf Börsen offiziell beschlagnahmefähig

Der südkoreanische Oberste Gerichtshof hat entschieden, dass Bitcoin, das auf zentralisierten Kryptobörsen verwaltet wird, im Rahmen strafrechtlicher Ermittlungen rechtlich beschlagnahmt werden kann. Damit gelten Börsen-gehaltene Kryptowährungen künftig als „beschlagnahmefähiges Objekt“ gemäß dem südkoreanischen Strafrecht.

Die Richter argumentierten, dass Bitcoin wirtschaftlichen Wert besitzt, eigenständig übertragbar und verwaltbar ist. Aufgrund dieser Eigenschaften ist es mit anderen digitalen Vermögenswerten vergleichbar, die konfiszierbar sind. Dies macht es rechtlich möglich, Bitcoin als Beweismittel oder kriminelle Einnahmen einzuziehen.

In dem Fall, um den es ging, wurden 55,6 BTC eingefroren, die mit einer Geldwäscheuntersuchung in Verbindung standen. Der Verdächtige argumentierte, dass Bitcoin kein physischer Besitz sei und daher nicht dem Beschlagnahmerecht unterliegen dürfe. Das Gericht wies diese Argumentation zurück und stellte fest, dass digitale Vermögenswerte mit wirtschaftlichem Wert einfach unter das bestehende Strafrecht fallen.

Kryptobörsen als verlängerte Hand des Staates

Das Urteil ermöglicht es der Justiz, Kryptowährungen direkt bei großen Börsen einzufrieren oder zu beschlagnahmen, sobald eine Verbindung zu kriminellen Handlungen besteht. Dies kann sogar ohne Zugriff auf die Private Keys des Nutzers geschehen.

Das Urteil unterstreicht somit ein grundlegendes Risiko der Verwahrung von Kryptowährungen auf Börsen. Zwar bieten Börsen Nutzerfreundlichkeit, aber sie geben den Nutzern nicht die vollständige Kontrolle über ihre Vermögenswerte.

Börsen fungieren damit zunehmend als verlängerte Hand der Strafverfolgung. Das „Wilde Westen“-Image der Kryptowährungsbranche weicht einem regulierten Umfeld.

Einerseits ist dies positiv, da es Missbrauch entgegenwirkt. Doch es steht auch im Widerspruch zum ursprünglichen Ethos von Bitcoin: ein Finanzsystem, das ohne zentrale Kontrolle funktionieren sollte.

In den USA hat die Regierung bereits enorme Mengen an Bitcoin konfisziert. Laut Daten von BitcoinTreasuries besitzt der Staat derzeit 328.372 BTC, die alle aus Beschlagnahmungen stammen.

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