Die Welt schaut an diesem Wochenende nach Islamabad, wo die Vereinigten Staaten und Iran morgen an den Verhandlungstisch treten. Der Ausgang der Gespräche könnte entscheidend für die Richtung des Ölmarktes, der Aktienbörsen und auch den Bitcoin (BTC)-Kurs sein. Denn solange die Straße von Hormus blockiert bleibt, hält die geopolitische Unsicherheit alle Märkte im Griff.
Islamabad rüstet sich
Pakistan rollt morgen den roten Teppich aus für das, was als bedeutendstes Treffen zwischen den USA und Iran seit der Islamischen Revolution von 1979 gilt. Vizepräsident JD Vance leitet die amerikanische Delegation, begleitet von Sonderbeauftragtem Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.
Auf iranischer Seite werden Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghchi erwartet, obwohl Teheran die Zusammensetzung noch nicht offiziell bestätigt hat.
Die Delegationen sitzen nicht im selben Raum. Pakistanische Vermittler pendeln zwischen den beiden Lagern, ähnlich wie bei früheren Verhandlungen in Oman.
Die Hauptstadt ist hermetisch abgeriegelt. Straßen sind blockiert, das luxuriöse Serena Hotel wurde für die Delegationen geräumt, und die Regierung hat Donnerstag und Freitag zu Feiertagen erklärt, um die Sicherheitsoperationen zu ermöglichen.
Waffenstillstand wackelt
Am Dienstag vereinbarten die USA und Iran einen zweiwöchigen Waffenstillstand, vermittelt durch Pakistan. Dieser brachte sofort eine Welle der Erleichterung auf den Märkten. Bitcoin sprang von 67.000 Dollar auf 72.700 Dollar, der Ölpreis stürzte um 20 Prozent ab, und auch die weltweiten Aktienmärkte erlebten einen Höhenflug.
Doch dieser Optimismus verflog schnell. Keine 48 Stunden nach dem Abkommen führte Israel schwere Luftangriffe auf den Libanon durch, die sich gegen die von Iran unterstützte militante Gruppe Hisbollah richteten. Hunderte Menschen kamen ums Leben.
Iran betrachtet den Libanon als untrennbaren Bestandteil des Waffenstillstands, während Israels Premierminister Netanyahu sagt, dass der Libanon nicht dazugehört.
„Die Bedingungen des Waffenstillstands sind klar: Die USA müssen sich zwischen Waffenruhe oder weiterem Krieg über Israel entscheiden. Beides geht nicht“, schrieb der iranische Außenminister Araghchi auf X.
Iran drohte, die Verhandlungen abzubrechen, aber die pakistanische Diplomatie konnte das bisher verhindern. Die Iranische Revolutionsgarde bestätigte, dass sie seit dem Abkommen keine Angriffe mehr durchgeführt hat.
Nächste Woche werden Israel und der Libanon separat in Washington verhandeln, unter amerikanischer Aufsicht. Der Libanon fordert zuerst einen Waffenstillstand, bevor er verhandeln möchte, aber Netanyahu lehnt das ab.
Straße von Hormus: das wahre Schlachtfeld
Die Gespräche drehen sich um ein umfassendes Paket zur endgültigen Beendigung des Krieges. Themen sind das iranische Nuklearprogramm, die Aufhebung von Sanktionen und Entschädigungen für Kriegsschäden. Doch die Straße von Hormus ist der drängendste Streitpunkt. Ein Abkommen würde die Seestraße wieder öffnen. Das wäre eine erhebliche Erleichterung für die Weltwirtschaft.
Seit Beginn des Krieges am 28. Februar ist die Passage nahezu zum Erliegen gekommen, die größte Störung der globalen Ölversorgung seit der Ölkrise der 1970er Jahre.
Iran hat versprochen, die Seestraße als Teil des Waffenstillstands wieder zu öffnen, tat dies jedoch nur kurz. Nach den israelischen Luftangriffen auf den Libanon schloss Teheran die Durchfahrt erneut weitgehend, um Druck auszuüben, damit die USA Israel zügeln.
Seitdem sind erst fünfzehn Schiffe passiert, während normalerweise bis zu 140 Schiffe pro Tag durchfahren. Iran will den Verkehr koordinieren und Maut in Form von Bitcoin erheben, aber Trump fordert eine vollständige Freigabe der Wasserstraße.
„Iran leistet schlechte Arbeit, um Öl durch die Straße von Hormus fließen zu lassen,“ schrieb Trump auf Truth Social. „Das ist nicht die Vereinbarung, die wir haben!“
Bitcoin folgt den Ölpreisen
Die Krypto- und Aktienmärkte tanzen derzeit nach dem Takt der Ölpreise. Eine hohe Ölpreis treibt die Inflation an, wodurch Zentralbanken gezwungen sind, die Zinsen länger hoch zu halten. Teure Kredite bedeuten, dass weniger Geld in der Wirtschaft zirkuliert, was kein günstiges Klima für risikoreiche Anlagen ist.
Der Bitcoin-Kurs verzeichnet derzeit einen Wochenanstieg von über 4 Prozent. In der Nacht wurde der höchste Stand seit drei Wochen von 73.100 Dollar erreicht, und aktuell wird die Kryptowährung bei etwa 72.000 Dollar gehandelt.
Der Kurs stößt derzeit auf einen wichtigen Widerstand. Der Fortschritt der Friedensgespräche könnte entscheidend dafür sein, ob diese Hürde überwunden wird oder nicht. Die Zeit drängt, denn der Waffenstillstand läuft am 22. April aus.
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