In der kommenden Woche richtet sich der Blick des Kryptomarkts auf eine Reihe wichtiger Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten. Diese Entwicklungen können die Zinspolitik der Federal Reserve (Fed) maßgeblich beeinflussen – und damit auch die Stimmung am Markt rund um Bitcoin (BTC). Was steht konkret auf dem Programm?
Powell spricht zum entscheidenden Zeitpunkt
Den Auftakt macht in der Nacht Jerome Powell, der Vorsitzende der US-Notenbank, mit einer öffentlichen Rede. Es ist sein letzter geplanter Auftritt vor der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) später in diesem Monat. Anleger hoffen auf Hinweise zum künftigen Kurs der Zinspolitik.
Ein hawkischer Ton, bei dem er aus Sorge vor der Inflation lieber an hohen Zinsen festhält, könnte für Nervosität an risikoreichen Märkten wie Krypto sorgen. Deutet er hingegen eine Lockerung an, könnte dies den Bitcoin-Kurs antreiben. Die Finanzmärkte rechnen derzeit mit einer Zinssenkung. Nach den jüngsten Einschätzungen liegt die Wahrscheinlichkeit dafür inzwischen bei 87,6 Prozent.
Konjunkturdaten könnten den Kurs in Bewegung setzen
Neben Powells Rede achten Anleger diese Woche genau auf eine Reihe US-amerikanischer Makrodaten. Am Montag wird der ISM Manufacturing PMI veröffentlicht, der die Aktivität in der Industrie misst. Auch wenn dieser Wert nicht direkt die Inflation beeinflusst, liefert er Hinweise auf das Wirtschaftswachstum. Am Dienstag folgen die JOLTS-Zahlen zu offenen Stellen: Je schwächer diese Daten ausfallen, desto größer der Druck auf die Notenbank, mit einer Zinssenkung gegenzusteuern.
Der Mittwoch dürfte besonders datenreich werden mit dem ADP-Beschäftigungsbericht, dem S&P Global Services PMI und dem ISM Non-Manufacturing PMI. Diese Indikatoren geben Aufschluss über die Verfassung des US-Arbeitsmarktes und der Dienstleistungsbranche. Im Vormonat zeichnete der offizielle Arbeitsmarktbericht noch ein gemischtes Bild: Das Beschäftigungswachstum war deutlich stärker als erwartet, gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote auf den höchsten Stand seit vier Jahren.
Fallen die Beschäftigungszahlen am Mittwoch erneut stärker aus als prognostiziert, hätte Powell womöglich weniger Anlass, einzugreifen und die Zinsen zu senken. Am Donnerstag folgen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Ein Anstieg deutet auf eine Abschwächung des Arbeitsmarktes hin – und erhöht damit wiederum die Chance auf eine Zinssenkung.
Der Freitag könnte zum wichtigsten Tag werden: Dann werden die PCE-Inflationsdaten veröffentlicht, der bevorzugte Inflationsindikator der Federal Reserve. Der PCE-Index (Personal Consumption Expenditures) misst, wie viel US-Verbraucher im Durchschnitt für Waren und Dienstleistungen ausgeben und steht eng mit ihrem Konsumverhalten in Verbindung. Ein höher als erwarteter PCE-Wert könnte die Hoffnungen auf eine schnelle Zinssenkung dämpfen.
Gleichzeitig erscheint das vorläufige Verbrauchervertrauen für Dezember, gemessen mit dem MI Consumer Sentiment Index der Universität Michigan. Diese Umfrage zeigt, wie die Konsumenten die wirtschaftliche Lage und ihre eigene finanzielle Situation einschätzen. Auch wenn dieser Wert psychologisch wichtig für die Märkte ist, spielt er in der offiziellen Zinspolitik der Fed eine geringere Rolle.
BTC-Kurs: 85.000 Dollar als Schlüsselzone
Die Konjunkturdaten dieser Woche könnten als Katalysator wirken und den Bitcoin-Kurs entweder unter eine entscheidende Unterstützungszone drücken oder über einen wichtigen Widerstand heben. Der technische Analyst Nic weist darauf hin, dass sich BTC an einem kritischen Punkt befindet.
Bereits in der dritten Woche in Folge gelang es dem Kurs nicht, oberhalb des 50-Wochen-gleitenden Durchschnitts (EMA) zu schließen – ein Zeichen nachlassender Dynamik. Gleichzeitig bietet der 100-Wochen-EMA im Bereich von 85.000 Dollar derzeit noch Unterstützung. Fällt Bitcoin unter dieses Niveau, „rückt die Marke von 82.000 Dollar als nächste wichtige Zone in den Fokus.“
Der niederländische Krypto-Analyst Jelle weist zudem darauf hin, dass sich möglicherweise ein sogenanntes „Higher Low“ im Chart ausbildet. Das bedeutet, dass Bitcoin einen neuen Tiefpunkt markiert, der oberhalb des vorherigen Bodens liegt – häufig ein Hinweis auf zunehmende Stärke im Markt.
Kann BTC diese Unterstützung behaupten, könnte laut dem Analysten eine sogenannte „Santa Rally“ folgen.
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