Das 175 Jahre alte Zahlungsunternehmen Western Union bringt nächsten Monat seinen eigenen Dollar-stablecoin USDPT auf der Solana-Blockchain heraus. Damit möchte der Geldtransfer-Riese das veraltete SWIFT-System für seine internationalen Zahlungen ablösen, und er ist nicht der Einzige, der einen eigenen Stablecoin auf den Markt bringt.
USDPT soll SWIFT ersetzen
Der sogenannte US Dollar Payment Token (USDPT) befindet sich in der letzten Phase vor der Markteinführung. Das erklärte CEO Devin McGranahan während der Präsentation der Quartalszahlen. Western Union hatte letzten Sommer bereits angedeutet, dass man sich mit Stablecoins beschäftigt, und im Oktober bestätigt, dass eine eigene Coin in Planung sei.
Western Union ermöglicht es Menschen seit 1851, Geld ins Ausland zu senden, doch der Stablecoin wird vorerst nicht als Verbraucherprodukt eingeführt.
„Wir lancieren ihn als Alternative zum SWIFT-Netzwerk, das wir derzeit für die Abwicklung zwischen Banken verwenden“, sagte McGranahan zu Analysten.
Der Coin, der von der Anchorage Digital Bank entwickelt wurde, ist also ausschließlich für den internen Geldverkehr gedacht. SWIFT ist das globale Nachrichtensystem, über das Banken seit den 70er Jahren untereinander Geld überweisen. Es ist langsam, teuer und funktioniert nicht am Wochenende.
Western Union bewegt über dieses veraltete Netzwerk täglich Millionen an Dollar zwischen seinen mehr als 360.000 Auszahlungsstellen weltweit, um alle Kundentransaktionen abzuwickeln. Diese gesamte Infrastruktur soll künftig durch USDPT ersetzt werden, der kontinuierlich auf der Blockchain läuft.
Solana ist blitzschnell und extrem günstig. Das Netzwerk verarbeitet mühelos Tausende Transaktionen pro Sekunde und verlangt im Durchschnitt weniger als einen Cent pro Überweisung. Bereits Anfang dieses Jahres wurde in einem Monat ein Rekordwert von 650 Milliarden Dollar an Stablecoins über Solana verschickt.
Western Union arbeitet zudem an zwei weiteren Produkten. Das Digital Asset Network (DAN) ist ein Dienst, mit dem Kryptounternehmen Western Union als Auszahlungsoption in ihre Wallets integrieren können. Ein Nutzer mit digitalen Coins kann so über sein Kryptounternehmen sein Geld umwandeln und an einem Western Union-Schalter lokal Bargeld abheben.
Später in diesem Jahr wird zudem eine Stable Card eingeführt. Diese Karte richtet sich direkt an Verbraucher und ermöglicht es ihnen, Dollars in Form von Stablecoins zu halten und weltweit auszugeben. Besonders in Ländern mit hoher Inflation kann das von Vorteil sein.
Alle wollen einen eigenen Stablecoin
Der Stablecoin-Markt ist dabei, sich fest im Finanzsystem zu verankern. Der Gesamtwert hat sich in den letzten zwei Jahren verdreifacht, und große Unternehmen stehen inzwischen Schlange, um mitzumachen.
- Der Vermögensriese Fidelity, mit Billionen an verwaltetem Vermögen, führte im Januar den Fidelity Digital Dollar (FIDD) auf Ethereum (ETH) ein.
- Das Buy-now-pay-later-Unternehmen Klarna brachte Ende letzten Jahres KlarnaUSD heraus.
- Ein Konsortium aus zwölf großen europäischen Banken arbeitet an einem eigenen Euro-Stablecoin, der in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen soll.
- Das Zahlungsunternehmen Stripe hat letzten Monat das Blockchain-Netzwerk Tempo gestartet, das speziell für Stablecoin-Zahlungen entwickelt wurde.
- Das amerikanische Fintech-Unternehmen Fiserv führte Ende letzten Jahres den bankfreundlichen Stablecoin FIUSD ein.
- Die US-Neobank SoFi brachte im Dezember letzten Jahres ihren eigenen SoFiUSD-Stablecoin heraus.
- PayPal hat 2023 bereits seinen eigenen PYUSD-Stablecoin eingeführt.
- Sony arbeitet ebenfalls an einem eigenen Stablecoin, der ab diesem Jahr für Zahlungen innerhalb des digitalen Ökosystems genutzt werden soll.
Neue Gesetzgebung hat die Tore geöffnet. Mit dem GENIUS Act wurde Stablecoins in den Vereinigten Staaten im Juli letzten Jahres erstmals ein klares rechtliches Rahmenwerk gegeben. In Europa schafft die MiCA-Verordnung dasselbe für den gesamten Kryptomarkt.
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