Länder greifen auf ihre strategischen Ölreserven zurück, um den rasanten Anstieg des Ölpreises zu bremsen. Deutschland und 31 weitere Staaten bringen gemeinsam 400 Millionen Barrel Öl auf den Markt, wie die Internationale Energieagentur (IEA) soeben bekanntgab. Diese Maßnahme soll den Energiemarkt beruhigen, da der Krieg im Iran den weltweiten Ölhandel stark beeinträchtigt.
Länder öffnen strategische Ölreserven
Insgesamt bringen 32 Länder eine Rekordmenge Öl aus ihren strategischen Reserven auf den Markt. 400 Millionen Barrel entsprechen etwa dem weltweiten Ölverbrauch von vier Tagen.
Die IEA-Staaten verfügen insgesamt über rund 1,8 Milliarden Barrel Öl für Notfälle wie Kriege, Naturkatastrophen oder große Störungen im Energiehandel.
Strategische Ölreserven dienen als Puffer bei großen Störungen. IEA-Mitgliedsstaaten sind verpflichtet, einen Vorrat zu halten, der etwa drei Monate Import abdecken kann.
Gertjan ten Broeke, Direktor der Stiftung COVA, die die niederländische Reserve verwaltet, sieht in der Freigabe von Öl eine Möglichkeit, den Markt zu beruhigen.
„Dass wir strategische Ölreserven haben, ist natürlich positiv, vor allem wenn sie genutzt werden. Das sollte die Ölmärkte beruhigen.“
Dennoch bleibt die Wirkung unsicher. „In den Ölpreisen steckt viel Sentiment. Wie lange wird die Krise dauern? Was passiert, ist extrem schwer vorherzusagen.“
Krieg treibt Ölpreis in die Höhe
Der Ölpreis schwankte in den vergangenen Tagen heftig aufgrund der Eskalation im Nahen Osten. Nachdem Israel und die USA Angriffe auf den Iran durchgeführt hatten, blockierte der Iran die Straße von Hormus. Durch diese Meerenge verläuft normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels.
Der Konflikt beeinträchtigte auch die Energieinfrastruktur in der Region. Raffinerien und Exportanlagen wurden beschädigt oder stillgelegt, während Tanker kaum noch die Meerenge passieren konnten.
Brent-Öl erreichte am Montag mit rund 119 Dollar pro Barrel seinen höchsten Preis seit fast vier Jahren, nach einem beispiellosen Anstieg um 75 Prozent seit den ersten Angriffen der USA und Israels. Darauf folgte ein historischer Rückgang um mehr als 35 Prozent auf etwa 76 Dollar.
Dies war teilweise der Erwartung geschuldet, dass Länder Öl aus Reserven freigeben würden. Auch Donald Trump trug dazu bei, indem er äußerte, dass der Krieg mit dem Iran „praktisch so gut wie vorbei“ sei.
Nach neuen militärischen Entwicklungen, etwa dem Einsatz von Seeminen durch den Iran in der Straße von Hormus, stieg der Ölpreis wieder auf 89 Dollar. Zum Zeitpunkt des Schreibens liegt der Preis knapp unter 86 Dollar pro Barrel.
Laut Reuters erklärte ein iranischer Militärsprecher, dass das Land von „gegenseitigen Angriffen“ zu „dauerhaften Angriffen“ übergehen wolle. Er warnte, dass der Ölpreis auf bis zu 200 Dollar pro Barrel steigen könnte.
Dies wäre eine Katastrophe für die Weltwirtschaft und Investoren. Höhere Energiekosten treiben die Inflation an und bremsen das Wirtschaftswachstum. Zentralbanken geraten dadurch in ein schwieriges Dilemma.
Warum der Iran-Krieg vorerst keine Inflationswelle wie in den 70ern auslöst
Die Inflationssorgen rund um Iran waren und sind groß. Dennoch ist eine Teuerungswelle wie in den 1970er-Jahren bislang ausgeblieben. Woran liegt das?
Europa spart viel und investiert zu wenig
Enrico Letta, der frühere Ministerpräsident Italiens, schreibt in der Financial Times, Europa müsse jetzt handeln, wenn es relevant bleiben wolle.
Apple verklagt OpenAI wegen angeblichen Diebstahls von iPhone-Geheimnissen
Apple verklagt OpenAI und den Hardwarechef des Unternehmens wegen mutmaßlichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen – kurz vor dem Börsengang des KI-Unternehmens.
Meist gelesen
Analyst: XRP wird bald neue Millionäre hervorbringen
Eine auffällige Prognose zu XRP sorgt in der Community rund um den Coin für heftige Diskussionen.
SWIFT drängt in Ripples Kernmarkt: Gerät XRP unter Druck?
Das Zahlungsnetzwerk SWIFT baut eine eigene Blockchain auf – ausgerechnet in dem Bereich, auf den Ripple mit XRP seit Jahren setzt. Was bedeutet das?
Kann XRP auf 10.000 bis 50.000 Dollar steigen? ChatGPT erklärt, warum es möglich ist
Südkorea will auch kleine Kryptotransaktionen überwachen. Der Vorschlag soll Geldwäsche verhindern und internationale Vorschriften stärken.
