Die Kryptobörse Wazirx, aktiv in Indien, aber in Singapur ansässig, hat angekündigt, ihre Aktivitäten nach Panama zu verlegen. Der Schritt folgt auf die Entscheidung eines Gerichts in Singapur, den Restrukturierungsplan der Plattform abzulehnen. Damit enden auch die Ambitionen von Wazirx, unter singapurischer Regulierung zu operieren.
Übertragung an die panamaische Tochtergesellschaft Zensui
In einer E-Mail an Nutzer teilt Wazirx mit, dass das Mutterunternehmen Zettai an eine neue Entität in Panama übertragen wird: Zensui Corporation. Laut den beigefügten juristischen Dokumenten wurde Zensui bereits am 10. März in Panama registriert. Die tatsächliche Übertragung der Aktivitäten soll innerhalb von zwei bis drei Werktagen stattfinden.
Zensui wird verantwortlich sein für das Management der Kryptodienste und die Ausgabe von sogenannten „Wazirx Recovery-Tokens“. Diese Tokens sind Teil des Entschädigungsplans nach dem großen Hack von 235 Millionen Dollar, der mit nordkoreanischen Hackern in Verbindung gebracht wurde.
Singapur erhöht den Druck auf die Kryptobranche
Die Verlegung folgt auf strengere Maßnahmen der Zentralbank von Singapur. Anbieter von digitalen Token müssen spätestens bis zum 30. Juni aufhören, Kryptodienste für ausländische Märkte anzubieten. Wazirx hat bestätigt, dass es keine Lizenz in Singapur beantragen wird, noch eine Registrierung bei der Financial Intelligence Unit von Indien einreichen wird, obwohl es weiterhin indische Kunden bedient.
Ein Gericht in Singapur genehmigte jedoch einen Plan zur Rückzahlung an die Opfer des Hacks. Mehr als 90 Prozent der Gläubiger stimmten im April diesem Vorschlag zu. Wazirx erwartet, dass die auszugebenden Tokens zwischen 75 und 80 Prozent des ursprünglichen Saldos repräsentieren werden. Der verbleibende Wert kann später ausgezahlt werden, abhängig von Gewinn und zurückgewonnenen Vermögenswerten.
Juristische Risiken in Indien?
Jalaj Jain, Gründer der juristischen Beratungsfirma Jalaj719 Consultants, meint, dass der Schritt mögliche juristische Konsequenzen in Indien haben könnte. „Aber es ist zu früh, um definitive Schlussfolgerungen zu ziehen, ohne klare Richtlinien der indischen Aufsichtsbehörden oder beteiligten Parteien,“ sagte Jain gegenüber Cointelegraph.
Mit dieser strategischen Verlegung versucht Wazirx, in einem immer strengeren regulatorischen Klima zu überleben, während es gleichzeitig seine Nutzer nach einem der größten Hacks in der Kryptogeschichte zu entschädigen versucht.
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