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Die Kryptobörse BitMart zieht nach neun Jahren den Stecker bei ihrer Handelsplattform. Das Unternehmen kündigte am Sonntag an, den Betrieb schrittweise einzustellen. Die Nachricht traf den hauseigenen Coin BMX hart: Er verlor zeitweise fast 60 Prozent an Wert.

BitMart ist damit die zweite große Kryptobörse, die in dieser Woche ihre Schließung ankündigt. Zuvor hatte auch BitMEX mitgeteilt, nach elf Jahren den Betrieb einzustellen.

Handel endet Ende August

BitMart hat die Registrierung neuer Nutzer, Einzahlungen und neue Handelsaufträge mit sofortiger Wirkung gestoppt. Auch die Futures-Märkte wurden in einen sogenannten „Reduce-only“-Modus versetzt. Händler können damit nur noch bestehende Positionen abbauen.

Am 26. August wird der gesamte Spot- und Derivatehandel eingestellt. Offiziell schließt die Börse am 31. Januar 2027. Bis dahin können Nutzer ihre Coins noch abheben. BitMart fordert Kunden jedoch auf, ihre Identität so schnell wie möglich zu verifizieren, offene Positionen zu reduzieren und ihre Guthaben vor dem 26. August von der Plattform abzuziehen.

Nach Angaben des Unternehmens ist die Schließung auf „operative Rahmenbedingungen, Marktbedingungen und die künftige strategische Ausrichtung“ zurückzuführen. Welche Faktoren letztlich ausschlaggebend waren, teilte BitMart nicht mit.

BMX-Token bricht nach Ankündigung ein

Nach der Ankündigung verlor der BMX-Token rund 58 Prozent an Wert, der Kurs fiel auf etwa 0,08 Dollar. Damit blieb eine Marktkapitalisierung von rund 27 Millionen Dollar. Der Token stand allerdings schon länger unter Druck und hatte in den vergangenen zwölf Monaten bereits etwa 70 Prozent eingebüßt.

Auffällig ist, dass BitMart trotz der angekündigten Schließung weiterhin ein hohes Handelsvolumen verzeichnet. In den vergangenen 24 Stunden wurden rund 1,6 Milliarden Dollar umgesetzt, gut 50 Prozent mehr als am Vortag. Fast die Hälfte dieses Volumens entfiel auf Bitcoin (BTC).

Die naheliegendste Erklärung ist, dass Nutzer ihre Positionen schließen und Guthaben von der Plattform abziehen. BitMart selbst hat diese Erklärung bislang jedoch nicht bestätigt.

Die Börse warnte zudem, dass Auszahlungsanträge zusätzliche Prüfungen erfordern können. Dazu können unter anderem Identitätsprüfungen, Kontrollen von Geräten und IP-Adressen, Screenings von Auszahlungsadressen, Fragen zur Herkunft der Guthaben sowie Sanktionsprüfungen gehören. Bei einer hohen Zahl von Auszahlungsanträgen können sich die Bearbeitungszeiten entsprechend verlängern.

BitMart war bereits früher negativ in die Schlagzeilen geraten. 2021 wurde die Plattform Opfer eines Hacks, bei dem rund 196 Millionen Dollar aus Hot Wallets entwendet wurden. Damals erstattete die Börse den betroffenen Kunden den gesamten Schaden.

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