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Lange schien die Sonne am Kryptomarkt, doch gestern zog plötzlich eine Gewitterwolke auf. Bitcoin (BTC) rutschte deutlich ab und die Altcoins folgten blindlings. Was zog ihnen den Boden unter den Füßen weg?
Nach zwei Rekordtagen ist Bitcoin gestern abgetaucht. Am späten Nachmittag ging der Kurs in einen stundenlangen Sturzflug über – von 125.000 Dollar bis hinunter auf 120.600 Dollar.
Das entspricht einem Rückgang von 3,5 Prozent. Seit dem Hoch am Montagabend bei 126.200 Dollar hat die digitale Währung sogar 4,5 Prozent eingebüßt. Damit waren auf einen Schlag mehr als drei Tage Gewinne dahin.
Die Altcoins brachen noch deutlicher ein. Ethereum (ETH) verlor über 6 Prozent, Dogecoin (DOGE) sogar 8 Prozent.
Die große Frage ist natürlich, warum die Kurse plötzlich eingebrochen sind.
Das Unheil begann um 15:30 Uhr, als die US-Börsen öffneten. Die großen Indizes gaben allesamt leicht nach, doch Bitcoin bekam sofort die volle Breitseite ab.
Die naheliegende Erklärung sind umfangreiche Gewinnmitnahmen. Und wer will es den Investoren verdenken? Der Bitcoin-Kurs ist in etwas mehr als einer Woche um über 15 Prozent auf sein höchstes Niveau aller Zeiten gestiegen.
Das spiegelt sich in der steigenden Spent Output Profit Ratio (SOPR) wider – einem Gradmesser, der zeigt, wie viele Adressen ihre Coins mit Gewinn verkaufen.

Hinzu kommt: Zahlreiche Long-Positionen – Wetten auf steigende Kurse mit geliehenem Geld – wurden hart getroffen, als der Kurs drehte. Um weitere Verluste zu vermeiden, wurden diese Trader gezwungen, ihre Bitcoins zu verkaufen. Das sorgt wiederum für zusätzliche Liquidationen und verstärkt die Abwärtsbewegung.
Laut Daten von CoinGlass wurden in den vergangenen 24 Stunden satte 514 Millionen Dollar an Long-Positionen liquidiert. Zusätzlich wurden Short-Positionen im Volumen von weiteren 152 Millionen Dollar (Wetten auf fallende Kurse) zwangsweise geschlossen.
Inzwischen hat sich Bitcoin wieder etwas erholt und kratzt an der Marke von 122.000 Dollar. Nach Einschätzung des niederländischen Analysten Michaël van de Poppe könnte es jedoch noch weiter fallen – möglicherweise bis unter 120.000 Dollar.
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