Der Goldpreis ist in der Nacht überraschend stark eingebrochen. Nach Wochen der Euphorie verlor das Edelmetall an einem Tag sieben Prozent an Wert, was zu Marktverlusten in Milliardenhöhe führte. Was steckt dahinter?
Gold bricht nach Höchststand über 5.500 Dollar ein
Nach einem explosiven Kursanstieg von 27 Prozent in den ersten Wochen des Jahres 2026 fiel der Goldpreis am Freitag, den 29. Januar, plötzlich. Der Kurs sank von 5.500 Dollar auf 5.050 Dollar pro Unze.
Mit einem geschätzten oberirdischen Goldbestand von 216.265 Tonnen bedeutete das einen Wertverlust von über 3,1 Billionen Dollar an einem einzigen Tag.
Die gesamte Marktkapitalisierung von Gold sank damit von etwa 38,06 Billionen auf 34,95 Billionen Dollar.
Warum Gold als risikoreiche Anlage gilt
Bemerkenswert ist, dass Gold nicht mehr als sicherer Hafen wahrgenommen wird, sondern als risikoreiche Anlage. Im gleichen Zeitraum verlor der gesamte Kryptomarkt über 200 Milliarden Dollar. Auch Silber erlitt einen schweren Rückschlag und fiel an demselben Tag von 120 auf 101 Dollar pro Unze.
Die zunehmende Korrelation zwischen Gold, Silber, Krypto und Aktien deutet darauf hin, dass Investoren alle Märkte als eine Einheit behandeln, was selten vorkommt.
Politische Spannungen treiben Investoren in die Flucht
Der Verkaufsdruck scheint vor allem durch politische Unsicherheit angeheizt zu werden, mit den USA im Zentrum. Im Inland gibt es einen Konflikt zwischen Fed-Vorsitzendem Jerome Powell und Donald Trump, kombiniert mit der Gefahr eines neuen „Government Shutdown“ Ende Januar.
International verschärfen sich die Spannungen um Iran, da die USA militärische Kräfte in der Region aufstocken. Sollte die strategische Straße von Hormus blockiert werden, käme ein großer Teil des weltweiten Ölexports zum Erliegen. Das erhöht die Nervosität der Investoren.
Bricht das klassische Marktmodell?
Einige Analysten warnen, dass die üblichen Marktstrukturen möglicherweise nicht mehr gelten. Bewegungen in Gold, Silber, Kupfer, Aktien und selbst Krypto scheinen nun gleichzeitig zu verlaufen. Das ist ein seltenes Phänomen und nährt den Verdacht, dass das Vertrauen in das gesamte Finanzsystem unter Druck steht.
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