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Die Aktie von Micron Technology steht massiv unter Druck. Der Hersteller von Speicherchips verlor bereits am Mittwoch acht Prozent und setzte den Rückgang am Donnerstag fort. Damit büßte die Aktie in nur zwei Handelstagen rund fünfzehn Prozent ein. Seit dem Rekordhoch vom 22. Juni sind inzwischen mehr als dreißig Prozent des Börsenwerts verloren gegangen.

Grafiek van het Micron-aandeel dat sinds de recordkoers van eind juni meer dan 30 procent is gedaald door oplopende verkoopdruk.
Micron verlor binnen kurzer Zeit mehr als 30 Prozent an Börsenwert. (Quelle: TradingView)

Anleger scheinen nach einer außergewöhnlichen Kursrally in großem Stil Gewinne mitzunehmen. Zugleich schüren neue Entwicklungen in der Chipbranche Zweifel daran, wie lange das starke Wachstum von Micron noch anhalten kann.

Drei Faktoren belasten Micron

Nach Angaben von Barron’s geht die Verkaufswelle auf eine Kombination aus drei Entwicklungen zurück.

Der erste Faktor ist ein Update des niederländischen Konzerns ASML. Das Unternehmen teilte in dieser Woche mit, dass seine neuesten EUV-Anlagen Speicherchips effizienter produzieren können. Die Konkurrenten Samsung Electronics und SK Hynix wollen diese neue Maschinengeneration nutzen, um ihre Produktion weiter auszuweiten.

Obwohl die Nachfrage nach KI-Speicher weiter hoch ist, befürchten Anleger, dass eine höhere Produktion auf Dauer zu weniger Knappheit und damit zu niedrigeren Preisen führen könnte.

Zusätzliche Unruhe löste ein Bericht von Reuters über den Cloudanbieter CoreWeave aus. Demnach prüft das Unternehmen laut Insidern Möglichkeiten, sich finanziell gegen einen möglichen Rückgang der Preise für Speicher und Datenspeicher abzusichern.

Es gibt keine Hinweise darauf, dass CoreWeave tatsächlich mit fallenden Preisen rechnet. Im Gegenteil: Die meisten Analysten erwarten, dass die Preise für KI-Speicher mindestens bis 2027 weiter steigen. Dennoch reichte schon die Andeutung aus, um Anleger nervös zu machen.

Gehebelte Fonds verstärken den Rückgang

Ein dritter Faktor ist die Rolle gehebelter Produkte. Der enorme Kursanstieg von Micron zog in den vergangenen Monaten viele Anleger in Leveraged ETFs, also Fonds, die tägliche Kursbewegungen zusätzlich verstärken.

Das wirkt nicht nur bei steigenden Kursen, sondern auch bei fallenden. Wenn der Kurs schnell zurückgeht, müssen diese Fonds ihre Positionen anpassen. Dadurch entsteht zusätzlicher Verkaufsdruck, der den Rückgang weiter verschärfen kann.

Nach Einschätzung des J.P.-Morgan-Analysten Nikolaos Panigirtzoglou ist das verwaltete Vermögen von Leveraged ETFs mit Fokus auf Speicheraktien seit dem Hoch im Juni um 34 Prozent gesunken. Er verweist darauf, dass diese Produkte inzwischen eine deutlich größere Volatilitätsquelle darstellen als im breiten Aktienmarkt.

Die Grafik zeigt, wie stark der Verkaufsdruck in den vergangenen Handelstagen war. Nach einem nahezu ununterbrochenen Rückgang fiel Micron am Donnerstag zeitweise auf etwa 851 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit Wochen, bevor eine leichte Erholung einsetzte.

Analysten bleiben bei KI-Nachfrage optimistisch

Trotz der deutlichen Korrektur bleiben viele Marktkenner für die Aussichten des KI-Sektors zuversichtlich.

Daniel Morgan, Portfoliomanager bei Synovus Trust, erwartet, dass die großen Cloudkonzerne in der anstehenden Berichtssaison erneut betonen werden, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung größer ist als das verfügbare Angebot. Aus seiner Sicht bleibt Speicher für Rechenzentren vorerst der wichtigste Engpass. Die Preise könnten im dritten Quartal noch einmal um rund dreißig Prozent steigen.

Vorerst dominiert jedoch die Unsicherheit. Nach einem Kursanstieg von fast 700 Prozent im vergangenen Jahr scheinen Anleger kaum noch bereit zu sein, Risiken einzugehen, sobald Anzeichen dafür auftauchen, dass die außergewöhnlich starke Wachstumsphase nachlassen könnte.

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