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Der Bitcoin-Kurs ist erneut unter Druck geraten, nachdem der Ölpreis infolge neuer US-Angriffe auf Iran und der drohenden Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus deutlich gestiegen ist.
Bitcoin fiel in der Spitze um 2,4 Prozent auf 62.600 Dollar und rutschte damit unter den gleitenden 200-Wochen-Durchschnitt, ein technisches Niveau, das viele Analysten genau beobachten. Auch Ethereum (ETH) verlor rund 2,5 Prozent.
Auslöser des Rückgangs sind wachsende Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts. Ein höherer Ölpreis könnte die Inflation erneut anheizen, wodurch die US-Notenbank die Zinsen möglicherweise länger hoch halten müsste. Diese Aussicht belastet risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen.
Der Preis für Brent-Öl stieg am Montag um 4,4 Prozent auf mehr als 79 Dollar je Barrel. Anleger reagierten damit auf die neuen US-Angriffe auf Iran und die zunehmenden Spannungen rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Seerouten für den weltweiten Ölhandel.
Nach Einschätzung von Richard Galvin, Vorstandschef des Krypto-Investmentunternehmens DACM, erklärt das auch die Schwäche am Kryptomarkt.
Der Ausverkauf folgt den schwächeren Futures auf US-Aktien und dem Sprung beim Ölpreis infolge der zunehmenden Spannungen rund um Iran.
Richard Galvin
Ein höherer Ölpreis könnte die Inflation erneut anheizen, wodurch die US-Notenbank die Zinsen möglicherweise länger hoch hält. Diese Aussicht belastet vor allem risikoreiche Anlagen wie Bitcoin.
Entsprechend richten Anleger den Blick nun vor allem auf Dienstag, wenn die US-Inflationsdaten für Juni veröffentlicht werden. Zudem tritt Fed-Vorsitzender Kevin Warsh vor dem Kongress auf. Tony Sycamore, Analyst bei IG Australia, zufolge könnte eine höher als erwartet ausfallende Inflationsrate die Erwartung stärken, dass die Fed die Zinsen später in diesem Jahr anhebt. Das wäre negativ für Bitcoin. Fällt die Inflation dagegen moderater aus, könnte das den Markt stützen und Warshs frühere Aussagen untermauern, wonach der Inflationsdruck nachlässt.
Für technische Analysten ist der Rückfall unter den gleitenden 200-Wochen-Durchschnitt ein wichtiges Signal. Dieses Niveau gilt seit Jahren als zentrale Unterstützung in größeren Kurskorrekturen. Dass Bitcoin nun erneut darunter gefallen ist, zeigt, wie anfällig die Erholung der vergangenen Woche weiterhin ist.

Dennoch gibt es einen Lichtblick. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in der vergangenen Woche netto Zuflüsse von 197,4 Millionen Dollar. Damit endete erstmals seit neun Wochen wieder eine Woche im Plus. Das deutet darauf hin, dass institutionelle Anleger vorsichtig an den Markt zurückkehren, auch wenn es für eine Trendwende noch zu früh ist.
Ob sich diese Erholung fortsetzt, dürfte vor allem von der makroökonomischen Entwicklung abhängen. Anleger warten daher insbesondere auf die US-Inflationsdaten und die Reaktion der Federal Reserve. Enttäuschen die Zahlen, könnte der Druck auf Aktien und Bitcoin weiter zunehmen. Positive Daten würden dem Kryptomarkt dagegen Spielraum für eine neue Erholung geben.
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