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Nach den deutlichen Kursverlusten der vergangenen Woche startete die Wall Street mit einer Erholung in die neue Börsenwoche. Fundamentale Gründe dürfte es dafür kaum gegeben haben. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Rückgang des Volatilitätsindex VIX den Ausschlag gab: Er hatte am Freitag bei 17,6 Punkten geschlossen und eröffnete am Montag bei rund 12 Punkten.
Ein niedrigerer VIX signalisiert, dass der Markt mit weniger starken Kursbewegungen rechnet, mehr Stabilität erwartet und Investitionen damit wieder als weniger riskant gelten.
Entsprechend legten die Kurse zu. Im Vorfeld von Mittwoch und Donnerstag könnte sich das jedoch ändern.
Am Mittwoch tritt der neue Vorsitzende der US-Notenbank, Kevin Warsh, ans Rednerpult. Voraussichtlich wird er sich auch zu den Entwicklungen rund um den US-Dollar und die Anleiherenditen äußern. Für Donnerstag steht in den USA zudem ein wichtiger Arbeitsmarktbericht an.
Dadurch könnte die erwartete Volatilität an den Aktienmärkten wieder zunehmen. Schließlich handelt es sich um Termine, die zusätzliche Unsicherheit mit sich bringen. Für den S&P 500 und den Nasdaq 100 dürfte es damit schwieriger werden, ihr Momentum zu halten.
In der folgenden Grafik ist zu sehen, dass die Volatilität, dargestellt durch die Kerzen, bereits wieder etwas anzieht. Deshalb könnten der S&P 500 und andere große Aktienindizes heute zunächst auf die Bremse treten.

Die entscheidende Frage für Anleger lautet derzeit, ob sie Warsh und der US-Notenbank Glauben schenken.
Nach der ersten Sitzung unter Warshs Vorsitz kam der Markt zu dem Schluss, dass weitere Zinserhöhungen bevorstehen. Die US-Notenbank wirkte restriktiv, doch fraglich ist, inwieweit sie diesen Kurs tatsächlich durchziehen kann.
Warsh will mit der Notenbank weniger Forward Guidance geben. Mit anderen Worten: Die Fed soll sich möglichst wenig auf eine bestimmte Zinsstrategie festlegen und ihre Entscheidungen stärker von den eingehenden Daten abhängig machen.
Dennoch war auch die jüngste Zinssitzung eine Form von Forward Guidance. Obwohl die US-Notenbank weniger Informationen preisgab, kam der Markt zu dem Schluss, dass sie zunehmend zu Zinserhöhungen tendiert.
Allerdings stellt sich die Frage, ob die Notenbank das auch kann oder will. Wird sie die Zinsen wirklich anheben, während der Ölpreis bereits wieder auf das Niveau vor dem Krieg gefallen ist und die Wirtschaft fast vollständig von der KI-Revolution abhängt? Ist dieses Risiko angesichts der aktuellen Inflationsraten nicht zu groß?
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