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Heute richtet sich der Blick ganz auf den US-Arbeitsmarkt. Um 14.30 Uhr liefert der monatliche Arbeitsmarktbericht neue Daten – und könnte an den Finanzmärkten für deutliche Ausschläge sorgen.
Was erwarten Ökonomen, und wie könnten Bitcoin (BTC), Gold und Aktien auf die Zahlen reagieren?
Die US-Notenbank hat zwei Ziele: Vollbeschäftigung und stabile Preise. Der heute Nachmittag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht betrifft den ersten Teil dieses Mandats und ist für die weitere Zinspolitik von großer Bedeutung.
Der Bericht stammt vom Bureau of Labor Statistics (BLS), der Statistikbehörde des US-Arbeitsministeriums. Die Juni-Daten werden um 14.30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht.
Im Mittelpunkt stehen die Nonfarm Payrolls, also die Zahl der neu geschaffenen oder weggefallenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft, sowie die Arbeitslosenquote. Wichtig sind zudem die Stundenlöhne. Steigen sie zu stark, fürchten Währungshüter, dass Unternehmen höhere Kosten weitergeben und die Inflation zusätzlich anheizen.
Ökonomen rechnen für Juni mit rund 115.000 neuen Stellen, einige Prognosen liegen bei 100.000. Die Arbeitslosenquote dürfte bei 4,3 Prozent verharren, vereinzelt wird ein Rückgang auf 4,2 Prozent erwartet. Bei den Löhnen wird ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet.
Einen ersten Vorgeschmack gab es bereits gestern. Der Lohnabrechner ADP meldete 98.000 neue Stellen im Privatsektor, weniger als die erwarteten 110.000 und ein Rückgang gegenüber 122.000 im Mai.
Der Arbeitsmarkt hatte Ende vergangenen Jahres an Dynamik verloren und kam erst im März wieder in Schwung. Rund drei Monate lang, von Dezember bis Februar, entstanden unter dem Strich kaum neue Stellen. Der Tiefpunkt war im Februar erreicht. Damals gingen sogar 92.000 Arbeitsplätze verloren.
Seit März zieht das Wachstum wieder an, mit drei starken Monaten in Folge. Im März kamen 214.000 Stellen hinzu, im April 179.000 und im Mai 172.000. Ökonomen sprechen von einem Low-Hire-Low-Fire-Markt, in dem Unternehmen nur wenige Beschäftigte einstellen, aber auch kaum Personal abbauen.
Die Arbeitslosenquote liegt seit fast einem Jahr bei rund 4,3 Prozent. Steigt sie über 4,5 Prozent, gerät der Beschäftigungsteil des Fed-Mandats unter Druck – und damit wächst der Druck auf die Notenbank, die Zinsen zu senken.
Entscheidend ist nun die Marktreaktion.
Fällt der Arbeitsmarkt stärker aus als erwartet, etwa durch ein höheres Stellenwachstum oder eine niedrigere Arbeitslosenquote, könnte die Fed länger restriktiv bleiben. Das würde den Dollar stützen und Bitcoin, Gold sowie Aktien belasten.
Starke Daten würden zudem eine weitere Lesart begünstigen. Wenn Beschäftigung und Löhne bei einem aktuellen Zinsniveau von rund 3,6 Prozent robust bleiben, bremst dieses Zinsniveau die Wirtschaft offenbar nicht ausreichend.
Das würde bedeuten, dass die Geldpolitik nicht restriktiv genug ist. Eine Zinserhöhung könnte dann nötig werden, um die Inflation zu drücken.
Eine Enttäuschung könnte die Währungshüter dagegen ins Grübeln bringen. Genau darauf hofft der Markt, auch wenn schwächere Zahlen allein noch kein unmittelbarer Grund für eine Zinssenkung wären. Fed-Chef Kevin Warsh hat schließlich klar gemacht, dass er die Inflation auf 2 Prozent zurückführen will. Bei der ersten schwächeren Zahl dürfte er daher kaum sofort gegensteuern.
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