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Metaplanet hat innerhalb kurzer Zeit fast 4.000 Bitcoin (BTC) verschoben. Aus Wallets, die dem japanischen börsennotierten Unternehmen zugerechnet werden, wurden BTC im Wert von rund 250 Millionen Dollar transferiert.
Die ungewöhnlich großen Transaktionen sorgen umgehend für Spekulationen über einen möglichen Verkauf. Belege dafür gibt es bislang jedoch nicht.
Der Umfang macht die Bewegung bemerkenswert. Metaplanet hatte zuletzt gemeldet, 43.000 BTC zu halten, und zählt damit zu den größten institutionellen Bitcoin-Besitzern weltweit. Die verschobenen Coins entsprechen rund neun Prozent dieses Bestands.
Die Blockchain-Analyseplattform Lookonchain registrierte zunächst eine Transaktion über 1.473 BTC im Wert von rund 93,8 Millionen Dollar. In den Stunden danach folgten weitere Transfers.
Innerhalb von etwa drei Stunden wurden insgesamt 3.881 BTC aus beobachteten Wallets von Metaplanet verschickt. Zum damaligen Bitcoin-Kurs entsprach das rund 250 Millionen Dollar.
Für ein Unternehmen, das Bitcoin als langfristige Anlage darstellt, ist das eine erhebliche Bewegung. Die 3.881 BTC entsprechen rund neun Prozent des zuletzt gemeldeten Bestands von 43.000 BTC.
Metaplanet war zudem nicht das einzige börsennotierte Unternehmen, das große Mengen Bitcoin bewegte. Laut Lookonchain transferierte der Bitcoin-Miner Hut 8 wenige Stunden zuvor 493 BTC, damals im Wert von mehr als 31 Millionen Dollar. Auch bei dieser Transaktion ist der Grund nicht bekannt.
Das ist die zentrale Frage. Bislang gibt es jedoch keinen Nachweis für einen Verkauf.
Eine Bitcoin-Transaktion zeigt lediglich, dass Coins von einer Adresse an eine andere gesendet wurden. Daraus folgt nicht automatisch, dass sie verkauft wurden oder überhaupt den Eigentümer gewechselt haben.
Metaplanet könnte die BTC etwa auf neue eigene Wallets oder zu einem anderen Verwahrer übertragen haben. Ebenso könnten die Coins als Sicherheit für eine Finanzierung genutzt werden.
Gerade dieser Punkt ist bei Metaplanet besonders interessant. Das Unternehmen prüft Modelle, bei denen der große Bitcoin-Bestand als Sicherheit für Kredite dienen kann. Auf diese Weise könnte Metaplanet Kapital freisetzen, ohne BTC verkaufen zu müssen.
Das Unternehmen hat bislang keinen Verkauf der 3.881 BTC angekündigt und auch keine Erklärung für die Transaktionen abgegeben. Solange das Ziel der Coins unklar bleibt, lässt sich daher nicht feststellen, ob Metaplanet seine Bitcoin-Position tatsächlich reduziert hat.
Ein Verkauf wäre besonders auffällig, weil Bitcoin derzeit deutlich unter dem durchschnittlichen Kaufpreis von Metaplanet notiert.
Laut Lookonchain zahlte das Unternehmen im Schnitt rund 96.191 Dollar je Bitcoin. Bei einem BTC-Kurs von derzeit etwa 64.000 Dollar liegt der Marktpreis rund ein Drittel darunter.
Nach Berechnungen von Lookonchain steht die gesamte Bitcoin-Position von Metaplanet damit auf dem Papier rund 1,4 Milliarden Dollar im Minus.
Ein realisierter Verlust ist das nicht. Solange Metaplanet seine Bitcoin nicht verkauft, handelt es sich lediglich um die Differenz zwischen Anschaffungswert und aktuellem Marktwert.
Der fallende Bitcoin-Kurs hat sich allerdings bereits auf die Geschäftszahlen ausgewirkt. Im ersten Quartal meldete Metaplanet einen Verlust von rund 725 Millionen Dollar, unter anderem wegen einer bilanziellen Abwertung seiner Bitcoin-Bestände.
Trotz dieser Verluste hält das Unternehmen an seiner Bitcoin-Strategie fest. Gemeinsam mit JPYC prüft Metaplanet unter anderem Kreditprodukte, bei denen BTC als Sicherheit eingesetzt werden können.
Es ist zudem nicht das erste Mal, dass eine große Bitcoin-Bewegung von Metaplanet Spekulationen auslöst.
Im März stellten On-Chain-Tracker fest, dass das Unternehmen nach rund drei Monaten ohne Aktivität 4.986 BTC bewegte. Diese Coins waren damals etwa 368 Millionen Dollar wert und gingen an neue Wallets.
Auch damals gab es keinen Hinweis darauf, dass Metaplanet seine Bitcoin tatsächlich verkauft hatte.
Umso interessanter ist nun die nächste Bewegung der aktuellen 3.881 BTC. Wurden die Coins an andere Wallets unter Kontrolle von Metaplanet geschickt, dürfte sich wenig geändert haben. Werden sie dagegen weiter an Handelsplattformen oder andere Parteien transferiert, könnte das mehr Aufschluss über die Pläne des Unternehmens geben.
Bislang steht nur fest, dass fast 4.000 BTC aus beobachteten Metaplanet-Wallets verschoben wurden. Ein Verkauf ist nicht bestätigt.
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