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Warren Buffett sieht den Aktienmarkt immer weiter von dem abrücken, worum es beim Investieren aus seiner Sicht geht. Der legendäre Investor warnt, dass Spekulation die Oberhand gewonnen hat. Für langfristig orientierte Anleger werde es dadurch immer schwieriger, attraktive Chancen zu finden. Buffett zufolge setzen immer mehr Menschen auf schnelles Geld, während geduldiges Investieren in den Hintergrund rückt.
In einem Interview mit CNBC äußerte Buffett erneut seine Sorge über den Zustand der Finanzmärkte. Nach Einschätzung des Berkshire-Hathaway-Chefs sei es „schwierig, Wert zu finden, wenn alle lieber zocken“.
Damit spielt er auf die wachsende Beliebtheit spekulativer Handelsformen an, etwa Optionen mit einer Laufzeit von nur einem Tag. Bereits Anfang des Jahres hatte er den Aktienmarkt als „Kirche mit angeschlossenem Kasino“ beschrieben und erklärt, viele Marktteilnehmer investierten nicht mehr, sondern wetteten.
Trotz dieser Kritik sind die Aktienmärkte in diesem Jahr auf neue Rekordstände gestiegen. Und das, obwohl Anleger mit geopolitischen Spannungen und Unsicherheit über die Weltwirtschaft konfrontiert waren.
Wirklich interessante Anlagechancen waren Buffett zufolge schon immer rar. Mitunter treten sie binnen kurzer Zeit gehäuft auf. Weitaus häufiger müssen Anleger jedoch jahrelang geduldig auf eine einzige gute Gelegenheit warten.
„Es gibt Phasen, in denen sich Chancen in großer Zahl bieten. Und es gibt Zeiten, in denen man sich glücklich schätzen kann, wenn sich innerhalb mehrerer Jahre eine einzige gute Möglichkeit ergibt. Eigentlich sollte Letzteres der Normalfall sein“, sagte Buffett.
Der 95-jährige Milliardär, der seit Jahrzehnten für seine wertorientierte Anlagestrategie bekannt ist, warnt, dass die Finanzbranche zunehmend mehr an Menschen verdient, die spekulieren wollen, als an Anlegern, die langfristig Vermögen aufbauen möchten.
„Weil viele Menschen so gern zocken, verdient die Branche mehr daran, Spekulanten hervorzubringen, als Anleger auszubilden.“
Kritikern zufolge wird die aktuelle Börsenrally auch von Spekulationen rund um künstliche Intelligenz angetrieben. Besonders Aktien von Unternehmen, die vom KI-Wettlauf profitieren, ziehen viele Privatanleger an. Auch Hebelprodukte und Optionen tragen dazu bei, dass Kursbewegungen schneller und heftiger ausfallen.
Buffett rückt angesichts dieser Entwicklungen nicht von seinem Kurs ab. Er hält an seiner bekannten Anlagephilosophie fest: Geduld bewahren, nur bei attraktiven Preisen investieren und akzeptieren, dass gute Chancen manchmal jahrelang auf sich warten lassen.
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