Nach mehr als sechzig Jahren an der Spitze von Berkshire Hathaway schreibt Warren Buffett erneut Geschichte: An seinem 95. Geburtstag kündigt er seinen Rücktritt an. Damit endet eine Ära, und es ergeben sich neue Fragen über die Zukunft eines der weltweit ikonischsten Investmenthäuser.
Buffett tritt nach sechzig Jahren Führung zurück
Während der jährlichen Hauptversammlung im Mai machte Buffett erstmals öffentlich bekannt, dass er als CEO zurücktreten würde. Diese Nachricht kam für viele unerwartet, da er immer betont hatte, dass Investieren „zu viel Spaß“ mache, um damit aufzuhören.
Jetzt, rund um seinen 95. Geburtstag, bestätigt Buffett, dass sein endgültiger Rücktritt am Ende dieses Jahres stattfinden wird. Er wird seine Position dann an Greg Abel übergeben, den aktuellen Vizepräsidenten von Berkshire Hathaway.
Damit endet mehr als sechzig Jahre ununterbrochene Führung, in denen er ein notleidendes Textilunternehmen in ein Finanzkonglomerat mit einem Marktwert von über 870 Milliarden Dollar umwandelte.
Vom jungen Anleger zum Ikone
Buffett war schon in jungen Jahren von Investitionen fasziniert. Als Kind verkaufte er Limonade und Kaugummi von Tür zu Tür, und mit elf Jahren kaufte er seine ersten Aktien. 1965 übernahm er die Kontrolle über Berkshire Hathaway, damals noch ein notleidendes Textilunternehmen. Von dieser bescheidenen Basis aus baute er das Unternehmen zu einem weltweiten Konglomerat aus, mit Beteiligungen an unter anderem Coca-Cola, American Express, Apple und Dutzenden weiteren multinationalen Unternehmen.
Unter seiner Führung erzielte Berkshire zwischen 1965 und 2014 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 21,7 Prozent, verglichen mit 9,8 Prozent für den S&P 500. Damit wurde Buffett zum Inbegriff des ‚Value Investing‘: geduldiges Investieren in Unternehmen mit intrinsischem Wert und das oft jahrzehntelange Halten dieser Positionen.
Buffett und Bitcoin
Trotz seines beispiellosen Erfolgs als Investor war Buffett immer ein entschiedener Gegner von Kryptowährungen. Er bezeichnete Bitcoin (BTC) einmal als „Rattengift im Quadrat“.
Ironischerweise profitierte Buffett dennoch indirekt von Bitcoin. Über Berkshire investierte er in die brasilianische Digitalbank Nubank, die den Handel mit Kryptowährungen erleichtert und selbst Bitcoin in der Bilanz führt. Obwohl Buffett persönlich skeptisch blieb, brachte die Investition Buffett und seinen Aktionären einen Gewinn von 250 Millionen Dollar ein.
Berkshire verkaufte zwischen 2024 und Anfang 2025 all seine Nubank-Aktien, mit beachtlichen Gewinnen. Dennoch hätte Buffett besser noch etwas warten können. Während Berkshire ausstieg, setzte Nubank Rekord um Rekord fort: Im ersten Quartal 2025 verzeichnete die Bank einen Nettogewinn von 557 Millionen Dollar, ein Anstieg um 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
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