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Wann endet dieser Krypto-Winter? Diese Frage beschäftigt Investoren seit Monaten. Der Vermögensverwalter Fidelity versucht in einem neuen Bericht, eine Antwort zu geben. Fünf historische Muster könnten das Tauwetter einleiten – vom Halving-Zyklus bis zu einer Überraschung von der Wall Street.

Der vierjährige Zyklus

Der erste und naheliegendste Faktor ist der Halving-Zyklus von Bitcoin. Seit 2011 markiert der Kurs Hochs und Tiefs in Abständen von rund vier Jahren. Das vorige Tief fiel in den November 2022. Hält das Muster, könnte der November 2026 erneut zum Wendepunkt werden.

Im Kern geht es um das Bitcoin-Halving, das alle vier Jahre die Belohnung für Miner und damit auch den Zufluss neuer Coins halbiert. Mit jedem Halving wird Bitcoin (BTC) knapper; bislang folgte darauf jedes Mal ein Bullenmarkt.

Der Effekt nimmt mit der Zeit ab, weil eine Halbierung von 50 auf 25 BTC stärker ins Gewicht fällt als eine von 6,25 auf 3,125 BTC. Dennoch hält sich Bitcoin bislang erstaunlich genau an sein historisches Muster.

CLARITY Act in Sicht

Der zweite Faktor liegt in Washington. Klare Regeln gingen früheren Bullenmärkten häufig voraus. Die Zulassung der Bitcoin-ETFs im Januar 2024 war erneut ein solcher Wendepunkt und verhalf Bitcoin zu neuen Rekorden.

Kryptounternehmen in den Vereinigten Staaten bewegen sich seit Jahren in einer Grauzone. Unklar ist, welche Aufsichtsbehörde wofür zuständig ist. Das hat viele Aktivitäten im Inland gebremst.

Fidelity verweist nun auf den CLARITY Act als möglichen Durchbruch. Das Gesetz teilt die Kryptoaufsicht zwischen SEC und CFTC auf und würde der Branche endlich klare Regeln geben. Der Entwurf passierte im vergangenen Jahr das Repräsentantenhaus; für den 17. Juli ist eine weitere Anhörung im Senat angesetzt.

Warten auf die Fed

Der dritte Faktor liegt bei der US-Notenbank. Kryptowährungen profitieren traditionell von einer lockereren Geldpolitik: Niedrigere Zinsen verbilligen Kredite und geben Investoren mehr Spielraum für Risiken.

Der Markt rechnet derzeit jedoch eher mit einer Zinserhöhung, während die Ölpreise nahezu den gesamten Kursanstieg aus dem Iran-Krieg wieder abgegeben haben. In der vergangenen Woche lag der von der Notenbank bevorzugte Inflationsindikator auf dem höchsten Stand seit drei Jahren.

Bei seiner ersten Pressekonferenz weigerte sich Fed-Chef Kevin Warsh, das Inflationsziel von 2 Prozent infrage zu stellen. Die Notenbank habe fünf Jahre lang danebengelegen und werde das korrigieren, sagte er. Die Inflation muss also zunächst sinken, bevor Zinssenkungen wieder in den Blick rücken.

Auf der Suche nach dem nächsten Hype

Der vierte Faktor ist möglicherweise der unvorhersehbarste: der nächste große Hype. NFTs und Memecoins trieben den Bullenmarkt 2019 bis 2021 an, die institutionelle Adoption – vor allem die Bitcoin-ETFs – den jüngsten Bullenmarkt. Etwas Vergleichbares könnte die Wende bringen.

Fidelity nennt drei Kandidaten: die Tokenisierung realer Vermögenswerte wie Staatsanleihen, Rohstoffe und private Kreditforderungen, KI-Infrastruktur und Stablecoins.

Magnificent Seven vor dem Bitcoin-Einstieg?

Zum Abschluss hebt Fidelity die institutionelle Adaption hervor, ein Faktor, der bereits viel seiner Kraft entfaltet hat. Seit MicroStrategy im Jahr 2020 als erstes börsennotiertes Unternehmen Bitcoin in die Bilanz aufnahm, folgten Dutzende andere diesem Beispiel. Auch Staatsfonds, Pensionsfonds und Banken stiegen ein.

2024 folgte der größte Schritt mit der Zulassung einer langen Reihe börsengehandelter Bitcoin-Fonds in den USA. Inzwischen sind auch zahlreiche Altcoins an der Wall Street angekommen, darunter Ethereum (ETH), Ripple (XRP) und Solana (SOL).

Nach Einschätzung von Fidelity ist die institutionelle Adaption „keine neue Entwicklung mehr”. Die Märkte bräuchten „ein neues, nicht vorhersehbares Maß an institutioneller Beteiligung”. Als Beispiel wird eine größere Kryptoinvestition eines Magnificent-Seven-Unternehmens genannt, wobei Elon Musks Konzerne Tesla und SpaceX (das diesen Monat an die Börse ging) bereits Bitcoin halten.

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