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Während Anleger nach dem historischen Börsengang von SpaceX in Scharen investieren, schlägt ein renommierter Wall-Street-Analyst Alarm. Das Forschungsinstitut CFRA hat die Aktie mit einer Verkaufsempfehlung bewertet und erwartet einen Kursrückgang auf 115 Dollar.
Damit ist CFRA das erste große Unternehmen, das offen Zweifel an der Bewertung von SpaceX äußert. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk sammelte kürzlich beim Börsendebüt 75 Milliarden Dollar ein und seine Marktkapitalisierung stieg schnell auf über 2 Billionen Dollar. Laut dem Analysten ist jedoch ein Großteil des zukünftigen Wachstums bereits eingepreist.
Der Börsengang von SpaceX wurde mit großer Begeisterung aufgenommen. Die Aktie eröffnete bei 150 Dollar, stieg am ersten Handelstag auf 176 Dollar und schloss schließlich fast 19 Prozent höher bei 160,95 Dollar.
Laut CFRA-Analyst Keith Snyder ist diese Begeisterung jedoch zu weit gegangen. Er erklärt, dass Anleger derzeit von einem nahezu perfekten Wachstumsszenario ausgehen, während verschiedene wichtige Teile des Unternehmens erst noch beweisen müssen, dass sie im großen Maßstab profitabel werden können.
Im Mittelpunkt steht dabei vor allem Starlink. Viele Investoren setzen darauf, dass das Satelliten-Internetnetzwerk zu einem Milliardenunternehmen wächst und in den kommenden Jahren einen großen Teil der Bewertung von SpaceX rechtfertigt. Snyder zufolge ist das jedoch alles andere als selbstverständlich, zumal das Unternehmen gleichzeitig enorme Summen investieren muss, um dieses Wachstum zu realisieren.
Zudem sieht der Analyst Risiken bei der Entwicklung des Starship, der weiteren Satellitenvernetzung, Investitionen in KI-Infrastruktur und anderen kapitalintensiven Projekten. Verzögerungen, steigende Kosten oder enttäuschende Einnahmen könnten seiner Meinung nach schnell zu Problemen für Anleger führen, die von einer nahezu fehlerfreien Umsetzung der Wachstumspläne ausgehen.
Obwohl CFRA eine Verkaufsempfehlung ausgibt, sind sich die Wall-Street-Analysten über die Zukunftsaussichten von SpaceX alles andere als einig. Der historische Börsengang hat eine heftige Diskussion über den wahren Wert des Unternehmens entfacht.
Laut Daten von TipRanks hat die Aktie derzeit eine durchschnittliche „Hold“-Bewertung. Von den beiden Analysten, die das Unternehmen beobachten, rät einer zum Kauf der Aktie, während der andere vor einem Verkauf warnt.
Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 152,50 Dollar, was auf ein begrenztes Abwärtsrisiko von etwa fünf Prozent im Vergleich zum aktuellen Kurs hindeutet. Hinter diesem Durchschnitt verbergen sich jedoch auffallend unterschiedliche Erwartungen.
Auf der pessimistischen Seite steht CFRA mit einem Kursziel von 115 Dollar, was einem möglichen Rückgang von über 28 Prozent entspricht. Optimistische Analysten sehen hingegen Potenzial für einen Anstieg auf 190 Dollar. Dies würde ausgehend vom aktuellen Niveau eine potenzielle Rendite von fast 18 Prozent bedeuten.
Die enormen Unterschiede bei den Kurszielen zeigen, wie gespalten die Wall Street über die Bewertung von SpaceX ist.
Befürworter verweisen auf die dominierende Stellung des Unternehmens in der Raumfahrtindustrie, das schnelle Wachstum von Starlink und neue Chancen im Bereich künstliche Intelligenz und weltraumgestützte Dienste.
Kritiker hingegen finden, dass Anleger zu viel für zukünftige Wachstumsprojekte zahlen, die sich erst noch beweisen müssen. Vor allem der kommerzielle Einsatz von Starship wird als bedeutende Unsicherheit gesehen.
Hinzu kommt, dass nahezu alle Wachstumspläne von SpaceX enorme Investitionen erfordern. Mögliche Verzögerungen, höhere Kosten oder enttäuschende Einnahmen könnten daher großen Einfluss auf die zukünftige Profitabilität haben.
Vorerst scheint eines klar: Nach dem historischen Börsengang hat die Diskussion über den wahren Wert von SpaceX gerade erst begonnen.
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