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US-Futures notieren am Freitag nach einer schwachen Sitzung an der Wall Street im Minus. Vor allem Chipwerte stehen erneut unter Druck, zugleich verarbeiten Anleger die jüngsten Quartalszahlen. Dow-Futures gaben um mehr als 300 Punkte nach, S&P-500-Futures verloren 0,86 Prozent, Nasdaq-100-Futures fielen um 1,48 Prozent.
Damit steuern die großen US-Indizes auf eine Verlustwoche zu.
Der größte Druck kommt erneut aus dem Chipsektor. Der VanEck Semiconductor ETF verlor am Donnerstag fast 4 Prozent und liegt damit in dieser Woche bereits knapp 7 Prozent im Minus.

TSMC fiel um mehr als 2 Prozent, obwohl der Gewinn deutlich zulegte. Anleger blickten vor allem auf den höheren Investitionsausblick des taiwanischen Chipriesen.

Darin zeigt sich der zentrale Zielkonflikt des KI-Trades. Einerseits bleiben die Ergebnisse stark. TSMC, ASML und andere Anbieter zeigen, dass die Nachfrage nach KI-Chips und fortschrittlichen Fertigungskapazitäten weiterhin hoch ist.
Andererseits fragen sich Anleger zunehmend, wie viel Kapital nötig ist, um dieses Wachstum aufrechtzuerhalten, und ob die erwarteten Renditen hoch genug bleiben.
Auch Netflix belastete die Stimmung. Die Aktie fiel um mehr als 9 Prozent, nachdem die Quartalszahlen ungefähr den Erwartungen entsprachen. Das zeigt, dass der Markt für „ordentliche“ Ergebnisse kaum noch Spielraum lässt.

Nach den kräftigen Kursanstiegen vieler großer Technologieunternehmen müssen Ergebnisse nicht nur solide sein, sondern die Erwartungen klar übertreffen. Andernfalls setzen rasch Gewinnmitnahmen ein.
Keine Panik, aber Abkühlung: Dennoch ist das übergeordnete Bild noch nicht beschädigt. Der S&P 500 liegt rund 1 Prozent unter seinem Rekordstand von Anfang Juni. Das zeigt, dass der Markt trotz des Drucks auf Chipwerte noch nicht auseinanderfällt.
Einige Analysten sehen darin eher eine Konsolidierungsphase als den Beginn eines großen Bärenmarkts. Eine vorübergehende Abkühlung kann sogar gesund sein, gerade in Sektoren, in denen die Bewertungen stark gestiegen sind.
Wichtig ist zudem, dass Small Caps in den vergangenen Wochen nicht extrem zurückgeblieben sind. Das spricht dafür, dass die Schwäche nicht allein aus breiterer Konjunktursorge entsteht, sondern vor allem aus Positionierung und Gewinnmitnahmen bei beliebten KI-Werten.
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