Jerome Powell, der Vorsitzende der US-Zentralbank, äußerte sich gestern Abend aufschlussreich über Bitcoin. „Die Menschen nutzen Bitcoin als spekulativen Vermögenswert. Es ist wie Gold, nur digital. […] Es ist kein Konkurrent für den US-Dollar, sondern eher ein Konkurrent für Gold“, erklärte Jerome Powell auf der DealBook Summit der New York Times.

Powell nicht ausschließlich positiv über Bitcoin
Diese Aussage könnte den Eindruck erwecken, dass Jerome Powell Bitcoin gestern in einem positiven Licht dargestellt hat. Das war jedoch nicht ganz der Fall. Seine Worte ließen erkennen, dass er Bitcoin für wenig interessant hält.
„Die Menschen nutzen Bitcoin weder als Zahlungsmittel noch als Wertaufbewahrungsmittel, und es ist sehr volatil“, so Powell, der aufgrund dieser Argumentation zu dem Schluss kommt, dass Bitcoin keine Konkurrenz für den US-Dollar darstellt.
Die Aussage, dass Bitcoin nicht als Zahlungsmittel verwendet wird, ist größtenteils korrekt. Die Technologie ist darauf nicht ausgelegt, und die Lösungen, die dies ermöglichen könnten, sind noch nicht benutzerfreundlich genug.
Die Behauptung, Bitcoin werde nicht als Wertaufbewahrungsmittel genutzt, ist jedoch falsch. Ein großer Teil der Menschen, die Bitcoin kaufen, sieht dies als eine Möglichkeit, zu sparen. Für diese Gruppe fungiert Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel.
Ein weiterer Teil betrachtet eine Investition in Bitcoin als eine Wette auf eine Zukunft, in der sich die digitale Währung als Wertaufbewahrungsmittel etabliert. Und es scheint zunehmend so, als könnte Bitcoin in dieser Rolle erfolgreich sein.
Was ist eigentlich ein Wertaufbewahrungsmittel?
Grundsätzlich muss ein Wertaufbewahrungsmittel natürliche Knappheit aufweisen, leicht überprüfbar und einfach übertragbar sein. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass ein Wertaufbewahrungsmittel auch erfolgreich ist.
Bitcoin verfügt über diese Eigenschaften, doch um erfolgreich zu sein, muss die digitale Währung Teil des sozialen Vertrags werden. Die Menschen müssen an Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel glauben – und auch daran, dass andere Menschen daran glauben.
Das wird derzeit untersucht, weshalb solche Aussagen des Vorsitzenden der US-Zentralbank große Aufmerksamkeit erregen. Insgeheim sind wir alle noch ein wenig unsicher über die Zukunft von Bitcoin.
Bitcoin wird erst dann als Wertaufbewahrungsmittel oder finanzielle Anlage erfolgreich sein, wenn solche Aussagen des US-Zentralbankvorsitzenden keine Schlagzeilen mehr machen.
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