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Der Euro steuert auf das schwächste Quartal seit 2024 zu. Die Währung verlor in den letzten Monaten rund zwei Prozent gegenüber dem Dollar und liegt derzeit bei etwa 1,15 Dollar. Allein im März fiel der Kurs um 2,5 Prozent, der stärkste monatliche Rückgang seit Juli letzten Jahres.

Dies markiert eine deutliche Wende. Ende Januar durchbrach der Euro noch die Marke von 1,20 Dollar, das höchste Niveau seit fast fünf Jahren. Währungsstrategen von Morgan Stanley erwarten, dass der Euro kurzfristig weiter fallen könnte, möglicherweise auf etwa 1,13 Dollar.

Strategie von 2022 scheint zurück

Mit dem Ölpreis über 115 Dollar pro Barrel und der weitgehend geschlossenen Straße von Hormus greifen Devisenhändler auf das bekannte Szenario von 2022 zurück. Damals sorgte die russische Invasion in der Ukraine für erhebliche Unruhe auf den europäischen Märkten, während der Dollar an Stärke gewann.

Die aktuelle Lage weist deutliche Parallelen auf. Europa bleibt stark von importierter Energie abhängig, während die Vereinigten Staaten als großer Ölproduzent weniger anfällig für solche Schocks sind.

Damit steht die Europäische Zentralbank (EZB) erneut vor einem schwierigen Dilemma. Die Inflation wird durch teure Energie angeheizt, während die Wirtschaft gleichzeitig Anzeichen von Schwäche zeigt.

Markt erwartet nun drei Zinserhöhungen

Die Erwartungen auf dem Geldmarkt haben sich in kurzer Zeit komplett geändert. Statt einer Zinssenkung rechnet der Markt nun mit drei Zinserhöhungen in diesem Jahr.

Das ist eine bemerkenswerte Kehrtwende. Normalerweise stützt ein höherer Zinssatz eine Währung. Diese Regel gilt jedoch nur in einer starken Wirtschaft.

Aufgrund der Störungen auf dem Energiemarkt nach dem Konflikt im Nahen Osten funktioniert dieses Mechanismus nun anders. Laut ING sind wachstumsabhängige Währungen wie der Euro stärker betroffen. Das liegt unter anderem daran, dass ölproduzierende Länder weniger Kapital im Ausland investieren, was die Nachfrage nach dem Euro drückt.

Optimismus über Europa schwindet

Das positive Sentiment über Europa zu Jahresbeginn ist schnell verschwunden. Erwartungen an eine kraftvolle deutsche Finanzpolitik und höhere Verteidigungsausgaben sind in den Hintergrund getreten.

Gleichzeitig wachsen die Sorgen über die Wirtschaft. Die OECD hat ihre Wachstumsprognosen gesenkt, und Länder wie Deutschland und Italien erwägen, ihre Prognosen nach unten zu korrigieren.

Auch am Optionsmarkt hat sich das Bild deutlich verschlechtert. Die Nachfrage nach Absicherung gegen einen fallenden Euro erreichte Anfang dieses Monats den höchsten Stand seit vier Jahren. Anleger, die im vergangenen Jahr noch auf einen stärkeren Euro setzten, haben diese Positionen inzwischen weitgehend abgebaut.

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