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Die Winklevoss-Zwillinge haben erneut Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) im Wert von mehreren Dutzend Millionen Dollar zur Kryptobörse Gemini transferiert. Nach Einschätzung des Blockchain-Analyseunternehmens Arkham Intelligence könnte das darauf hindeuten, dass Cameron und Tyler Winklevoss einen Teil ihrer Krypto-Bestände verkaufen wollen. Belegt ist das allerdings nicht, denn ein Transfer an eine Börse kann auch andere Gründe haben.
Cameron und Tyler Winklevoss sind US-Unternehmer, frühe Bitcoin-Investoren und Gründer der Kryptobörse Gemini. Ihre Erfolgsgeschichte begann mit einem Rechtsstreit mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg über die Ursprünge des sozialen Netzwerks. Die Brüder warfen Zuckerberg vor, ihre Idee gestohlen zu haben.
Einen Teil der Vergleichszahlung aus diesem Verfahren investierten sie später in Bitcoin. Dadurch stiegen die Brüder zu einigen der bekanntesten frühen Krypto-Milliardäre auf. 2014 gründeten sie Gemini, eine US-Kryptobörse, die sich ausdrücklich auf regulierten Handel und institutionelle Kunden konzentriert.
Arkham meldete am 1. Juli, dass die Zwillinge Bitcoin im Wert von rund 60 Millionen Dollar an Hot Wallets von Gemini geschickt haben. Eine Hot Wallet ist eine Online-Kryptowallet, die direkt mit einer Handelsplattform verbunden ist. Solche Wallets werden häufig genutzt, um Coins schnell zu handeln.
Nach Angaben von Arkham gingen vergleichbare Transaktionen in der Vergangenheit regelmäßig Verkäufen voraus. Im Juni hatten die Zwillinge bereits Bitcoin im Wert von 67,5 Millionen Dollar zu Gemini transferiert, im März waren es rund 130 Millionen Dollar. Zudem wurden zuletzt Ethereum im Wert von etwa 7 Millionen Dollar an Gemini überwiesen.
Die bekannten Brüder halten weiterhin Bitcoin im Wert von mehr als 300 Millionen Dollar. Seit 2015 haben sie mit dem digitalen Coin bereits ein Vermögen von 1,7 Milliarden Dollar erzielt.
Die Transaktionen fallen in eine Phase anhaltenden Drucks auf dem Kryptomarkt. Bitcoin gab zuletzt erneut nach und fiel auf einen aktuellen Kurs von rund 58.400 Dollar. Ethereum notiert bei etwa 1.550 Dollar.
Damit hält die Schwäche am Kryptomarkt an. Auch der Optimismus nimmt weiter ab. Die US-Bank Citigroup senkte ihr Kursziel für Bitcoin etwa von 112.000 auf 82.000 Dollar und für Ethereum von 3.175 auf 2.240 Dollar. Zugleich halten die Abflüsse aus Bitcoin-ETFs an.
Dennoch sollten die Transaktionen der Winklevoss-Zwillinge nicht automatisch als Verkauf gewertet werden. Blockchain-Daten zeigen, wohin Kryptowährungen gesendet werden, aber nicht immer, was anschließend genau damit geschieht.
Talos sieht im Kryptomarkt weniger Hebel, warnt aber: Die gesunkene Liquidität erhöht im dritten Quartal das Risiko abrupter Kursschwankungen.
Für die kommenden zwölf Monate erwartet Citigroup nun einen Bitcoin-Kurs von 82.000 Dollar. Zuvor hatte die Bank noch mit 112.000 Dollar gerechnet.
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