Die wichtigste Erdgasfabrik der Vereinigten Arabischen Emirate wird erst im nächsten Jahr wieder vollständig betriebsbereit sein. Damit wird deutlich, wie lange die Erholung der entscheidenden Energieinfrastruktur dauert, die während des Krieges mit Iran beschädigt wurde.
Die Habshan-Verarbeitungsanlage läuft derzeit mit etwa 60 Prozent der Kapazität. Adnoc Gas erwartet, dass dieser Wert bis Ende des Jahres auf 80 Prozent steigen wird. Die vollständige Wiederherstellung ist erst für 2027 geplant, so das Unternehmen in einer Erklärung.
Die Anlage spielt eine Schlüsselrolle in der Gasversorgung der Vereinigten Arabischen Emirate. Anfang April wurde der Standort zweimal während einer Angriffswelle auf die Energieinfrastruktur in den Emiraten und anderen Teilen des Nahen Ostens getroffen.
Hormuz-Blockade kostet hunderte Millionen pro Quartal
Der Krieg hat zur fast vollständigen Schließung der entscheidenden Straße von Hormuz geführt. Dadurch wird etwa ein Fünftel der weltweit über diese Route transportierten Öl- und Gaslieferungen blockiert. Die Störung hat die Energiepreise stark in die Höhe getrieben und verursacht erheblichen wirtschaftlichen Schaden in der Golfregion.
Adnoc Gas erwartet allein im zweiten Quartal einen finanziellen Verlust von 400 bis 600 Millionen Dollar durch die Blockade von Hormuz. Besonders der Export von Flüssigerdgas, bekannt als LNG, ist stark betroffen.
Laut Finanzdirektor Peter Van Driel braucht es Zeit, um die Exporte wieder in Gang zu bringen, sobald die Meerenge wieder passierbar ist. In einem Interview mit Bloomberg sagte er, dass ein Teil der nicht gelieferten Ladungen derzeit auf Schiffen, unterirdisch oder in Speichertanks gelagert wird.
„Sobald Hormuz wieder passierbar ist, können wir die Lieferungen innerhalb einer angemessenen Frist wieder aufnehmen“, so Van Driel. „Fragen Sie mich nicht, ob das zwei oder drei Wochen dauert, das wissen wir einfach noch nicht. Aber unsere Schiffe stehen bereit.“
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