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Die US-Exporte von Kraftstoffen erreichten vergangene Woche ein neues Rekordniveau. Die Vereinigten Staaten tragen damit zur Bewältigung des weltweiten Mangels an Benzin, Diesel und Kerosin bei, der durch den Krieg mit Iran entstanden ist.
Laut am Donnerstag veröffentlichten Zahlen der US-amerikanischen Energy Information Administration, der Statistikbehörde für Energie, stiegen die Exportvolumen auf 8,2 Millionen Barrel pro Tag.
Die Vereinigten Staaten haben sich zu einem wichtigen Lieferanten für die Weltwirtschaft entwickelt, da die nahezu vollständige Sperrung der Straße von Hormus die Öl- und Kraftstoffversorgung aus dem Nahen Osten beeinträchtigt. Auch die Rohölexporte erreichten vergangene Woche ein Rekordniveau.
Die anhaltend starke Nachfrage nach Diesel, Kerosin und Benzin treibt die Exporte von raffinierten Ölprodukten ebenfalls auf neue Höhen.
Die Rekordexporte belasten zunehmend die inländischen Bestände der USA. Dies geschieht in einem sensiblen Moment, da Verbraucher und Unternehmen bereits mit hohen Kraftstoffpreisen zu kämpfen haben. Somit steigt auch das politische Risiko für die Regierung von Trump.
Aus einer Analyse der Federal Reserve Bank of New York geht hervor, dass insbesondere Amerikaner mit niedrigerem Einkommen ihren Benzinverbrauch bereits reduziert haben. Dies verschärft die sogenannte K-förmige Spaltung in der Wirtschaft, bei der höhere Einkommen weiter wachsen, während niedrigere Einkommen zurückbleiben.
Der durchschnittliche Benzinpreis an der Zapfsäule stieg am Dienstag auf über 4,50 Dollar pro Gallone, umgerechnet etwa 1,20 Dollar pro Liter. Das ist das höchste Niveau seit Juli 2022, so die American Automobile Association. Diesel ist noch teurer und liegt bei 5,67 Dollar pro Gallone, etwa 1,50 Dollar pro Liter. Kerosin kostete an der bedeutenden Handelsdrehscheibe an der Golfküste 3,77 Dollar pro Gallone, ein Anstieg von 57 Prozent seit Kriegsbeginn.
Gleichzeitig sind die US-Vorräte an Destillaten, wie Diesel, auf den niedrigsten Stand seit 2005 gesunken. Auch die Benzinvorräte liegen deutlich unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.
Das starke Exportwachstum ist vor allem durch ein Rekordniveau bei Destillaten bedingt. Dabei handelt es sich um Kraftstoffe wie Diesel und Kerosin, die durch die Destillation von Rohöl gewonnen werden. In der Woche bis zum 1. Mai exportierten die USA davon 1,9 Millionen Barrel pro Tag. Damit wird nicht nur das vorherige Rekordniveau aus August 2024 übertroffen, sondern auch die Spitzenwerte aus der Anfangsphase des Krieges in der Ukraine.
Auch die Kerosin-Exporte stiegen erheblich. Sie erreichten vergangene Woche 427.000 Barrel pro Tag, knapp unter dem Rekordniveau, das Anfang April erreicht wurde.
Laut Ryan McKay, Rohstoffstratege bei TD Securities, verschiebt sich der Exportfokus deutlich. „Die Exportkapazität scheint diese Woche stärker auf raffinierte Produkte als auf Rohöl ausgerichtet zu sein. Das ist logisch, da die Knappheit auf dem Kraftstoffmarkt weltweit größer ist als auf dem Rohölmarkt.“
Die sogenannten Mitteldestillate, wie Diesel und Kerosin, stehen im Krieg unter zusätzlichem Druck. Raffinerien in Asien und Europa erhalten keine Rohöllieferungen mehr, während Raffinerien westlich der Straße von Hormus, die viele dieser Kraftstoffe produzieren, ihre Ladungen nicht mehr versenden können.
Diesel wird häufig als der Antrieb der Wirtschaft beschrieben. Der Kraftstoff treibt Lastwagen, Traktoren und andere Maschinen an. Höhere Kerosinpreise bedeuten zudem teurere Flüge.
Im Krieg haben amerikanische Raffinerien Diesel und Benzin in Länder geliefert, die normalerweise nicht auf US-Lieferungen angewiesen sind, wie Australien.
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