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Robinhood öffnet die Tür für KI-Agenten. Der amerikanische Broker erlaubt seinen Kunden ab sofort den Einsatz von künstlicher Intelligenz, um Aktien zu kaufen, Portfolios zu verwalten und sogar Einkäufe mit einer virtuellen Kreditkarte zu tätigen.

KI übernimmt das Ruder deiner Geldanlage

Robinhood, das weltweit über 27 Millionen Kunden zählt, hat diese Woche zwei neue Produkte eingeführt: Agentic Trading und die Agentic Credit Card. Kunden können ihre eigenen KI-Agenten mit ihrem Konto verbinden und diese eigenständig handeln lassen. Ein Agent kann beispielsweise ein Portfolio rund um KI-Aktien aufbauen oder automatisch überverkaufte Aktien nach einer vorher festgelegten Strategie aufkaufen.

Das Gleiche gilt für Ausgaben: Die virtuelle Kreditkarte ermöglicht es der KI, Preise zu überwachen und Einkäufe zu tätigen, sobald bestimmte Bedingungen erfüllt sind. So muss man nicht mehr ständig selbst prüfen, ob die neuen Kopfhörer endlich im Angebot sind.

In der Beta-Phase funktioniert Agentic Trading vorerst nur für Aktien. Robinhood ließ verlauten, dass Optionen, Futures und Krypto später folgen sollen.

„Unsere Mission war es immer, Finanzen für alle zu demokratisieren, und jetzt erstreckt sich diese Mission auch auf KI-Agenten“, sagte CEO Vlad Tenev in einer Erklärung.

Die Robinhood-Aktie reagierte positiv auf die Nachricht mit einem Anstieg von 1,5 Prozent auf 75,20 Dollar.

Wall-Street-Tricks für den Kleinanleger

Automatisiertes Handeln mit KI war bisher vor allem das Spielfeld großer Hedgefonds mit teuren Risikoteams und eigener Quant-Infrastruktur. Mit diesem Schritt bringt Robinhood diese Welt zum Konsumenten.

Die Verbindung erfolgt über Robinhoods eigenes Model Context Protocol, eine Art universeller Stecker, mit dem externe KI-Modelle sicher auf dein Konto zugreifen können.

Der zugrunde liegende Trend heißt ‚Agentic Finance‘: Eine Ebene, in der KI eigenständig investiert, bezahlt und entscheidet. Besonders im Krypto-Bereich wird eifrig mit Agenten experimentiert, die über Stablecoins handeln. Bereits heute Morgen war zu lesen, dass das Base-Netzwerk von Coinbase es ermöglicht, Krypto durch Chatbots wie ChatGPT verwalten zu lassen.

KI macht unseren Alltag in vielerlei Hinsicht einfacher, und es war ein logischer Schritt, dass sie auch Anlegern zur Seite stehen würde. Doch KI als Verwalter deines Geldes ist eine andere Sache. Die Frage ist, wie viel Kontrolle man bereit ist aus der Hand zu geben.

Robinhood gibt an, diese Bedenken berücksichtigt zu haben. KI-Agenten arbeiten auf separaten Handelskonten und haben nur Zugriff auf den Betrag, den der Kunde selbst zuweist. Nutzer erhalten bei jeder Transaktion Benachrichtigungen und können den Agenten mit einem Klick deaktivieren. Für die Kreditkarte gibt es Ausgabelimits und optionale manuelle Genehmigungen.

Für eine Plattform, die einst groß wurde, indem sie das Investieren für alle zugänglich machte, ist das ein bedeutender Schritt. Vielleicht wird ‚Investieren auf Autopilot‘ das nächste Kapitel.

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