Das US-Justizministerium hat ein Entschädigungsverfahren für die Opfer des OneCoin-Skandals eingeleitet. Insgesamt werden mehr als 40 Millionen Dollar aus beschlagnahmten Vermögenswerten bereitgestellt.
Die Regelung richtet sich an Personen, die zwischen 2014 und 2019 in OneCoin investierten und dadurch Geld verloren. Der Betrag ist nur ein Bruchteil des Gesamtschadens, doch für die Geschädigten ist es die erste Möglichkeit, etwas zurückzubekommen.
Größter Kryptobetrug aller Zeiten
OneCoin wurde 2014 als Kryptowährung eingeführt, die Bitcoin übertreffen sollte. Das Projekt zog weltweit Millionen Investoren mit aggressivem Marketing und Versprechen hoher Renditen an.
Tatsächlich war OneCoin keine echte Kryptowährung. Es gab keine funktionierende Blockchain, und die Coins hatten keinen Wert. Laut dem Justizministerium wurde weltweit mehr als 4 Milliarden Dollar erbeutet. Einige Schätzungen belaufen sich auf bis zu 19 Milliarden Dollar. Schätzungsweise 3,5 Millionen Menschen wurden Opfer.
Zentralbanken und Aufsichtsbehörden in Ländern wie Lettland, Schweden und Norwegen warnten frühzeitig. Dennoch stiegen Investoren aufgrund des Krypto-Hypes jener Jahre weiterhin ein.
Mitgründer verurteilt, Cryptoqueen verschwunden
Mitgründer Karl Sebastian Greenwood wurde 2018 nach einer Razzia im bulgarischen Hauptsitz festgenommen. Im September 2023 wurde er zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Die andere Gründerin, Ruja Ignatova, ist weiterhin verschwunden. Sie verschwand 2017 und wurde zuletzt auf einem Flug nach Athen gesehen. Ignatova, besser bekannt als die Cryptoqueen, steht auf der Liste der zehn meistgesuchten Personen des FBI. Für Informationen, die zu ihrer Festnahme führen, wurde eine Belohnung von 5 Millionen Dollar ausgesetzt.
40 Millionen Dollar sind ein Anfang
Die Summe von 40 Millionen Dollar ist erheblich, deckt jedoch nur einen kleinen Teil des Gesamtschadens ab. Staatsanwalt Jay Clayton bezeichnete die Auszahlung als wichtigen Schritt. Die Rückerstattung an Opfer bleibt laut ihm eine Priorität, auch bei komplexen internationalen Betrugsfällen.
Das Ministerium betont, dass die Verfolgung und Rückgewinnung von kriminell erworbenem Vermögen fortgesetzt wird. Für die Tausenden Geschädigten, die seit Jahren darauf warten, ist diese Regelung die erste konkrete Möglichkeit, einen Teil ihres Verlustes zurückzuerhalten.
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