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Die US-Anleiherenditen sind am Dienstag gesunken, nachdem der Anleihemarkt nach der Memorial-Day-Pause zurückkehrte. Investoren reagieren auf die Hoffnung, dass ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran näher rückt, trotz neuer US-Angriffe auf iranische Ziele und Irans Drohung mit Vergeltung.

Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe fiel um mehr als 6 Basispunkte auf etwa 4,49 Prozent. Auch die 2-Jahres-Rendite, die stärker auf die Zinspolitik der Federal Reserve reagiert, sank um mehr als 6 Basispunkte auf 4,06 Prozent. Die 30-jährige Rendite fiel um mehr als 5 Basispunkte auf etwa 5,01 Prozent.
Das ist insofern wichtig, da höhere Renditen in den vergangenen Wochen gerade eine große Quelle der Verunsicherung an den Finanzmärkten waren. Ein Rückgang der Anleiherenditen verschafft Aktien und anderen risikobehafteten Anlagen vorübergehend etwas Luft.
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Der Rückgang der US-Renditen folgt auf deutliche Bewegungen bei europäischen Staatsanleihen am Montag. Dort sanken die Renditen bereits aufgrund wachsender Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Nahen Osten.
Kommt es zu einer Einigung und wird die Straße von Hormus wieder geöffnet, könnte der Druck auf die Ölpreise nachlassen. Niedrigere Ölpreise bedeuten weniger Inflationsdruck, was die Wahrscheinlichkeit senkt, dass die Zentralbanken aggressiver mit Zinserhöhungen reagieren müssen.
Dennoch ist die Lage alles andere als friedlich. Die US-Streitkräfte führten am Dienstag neue Angriffe in Süd-Iran durch. Laut Central Command handelte es sich um „Selbstverteidigung“. Gleichzeitig warnte Außenminister Marco Rubio, dass die Straße von Hormus letztlich „auf die eine oder andere Weise“ geöffnet werden müsse.
Iran reagierte scharf. Die Revolutionsgarde kündigte an, bei Verletzungen des Waffenstillstands zurückzuschlagen, nachdem US-Drohnen und ein F-35 in den iranischen Luftraum eingedrungen sein sollen.
Damit bleibt der Friedensprozess fragil. Donald Trump hatte zuvor noch gesagt, die Verhandlungen verliefen „gut“ und eine Einigung könne in Sicht sein.
Später in dieser Woche richten die Anleger ihr Augenmerk auf die US-PCE-Inflation, die bevorzugte Inflationskennzahl der Federal Reserve.
Die Bank of America erwartet einen Anstieg von 0,4 Prozent im Monatsvergleich und 3,8 Prozent im Jahresvergleich. Sollte diese Zahl höher ausfallen als erwartet, könnte sich der Zinsrückgang schnell wieder umkehren. Dann kehrt die Befürchtung zurück, dass die Fed länger an ihrer strengen Geldpolitik festhalten oder sogar wieder Zinserhöhungen in Betracht ziehen muss.
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