Der US-Senat hat der Ernennung von Kevin Warsh zum Gouverneur der Federal Reserve (Fed) zugestimmt. Damit scheint der Weg frei für eine rasche Abstimmung über seine Ernennung zum Vorsitzenden der Zentralbank. Vor allem unter den Demokraten wächst die Sorge, dass die Unabhängigkeit der Fed unter Druck geraten könnte.
Senat ebnet Weg für neuen Fed-Vorsitzenden
Der Senat stimmte gestern mit 51 zu 45 Stimmen für die Ernennung von Warsh. Fast alle Republikaner stimmten dafür, während sich die meisten Demokraten gegen den Kandidaten aussprachen. Nur Senator John Fetterman schwenkte von der Meinung seiner Partei ab und unterstützte die Ernennung.
Unmittelbar nach der Abstimmung wurde auch ein Verfahrensschritt genehmigt, um später in dieser Woche über Warsh als neuen Fed-Vorsitzenden abzustimmen. Diese Position wird derzeit noch von Jerome Powell ausgefüllt.
Powell liegt seit Längerem mit Präsident Donald Trump im Clinch. Der Präsident drohte mehrfach damit, Powell wegen der Zinspolitik der Zentralbank zu entlassen. Powells Amtszeit als Fed-Vorsitzender endet am Freitag, formal bleibt er jedoch bis 2028 Gouverneur im Vorstand der Fed.
Anleger und Analysten beobachten den Führungswechsel bei der Fed daher genau. Veränderungen innerhalb der Zentralbank können sich auf die Zinspolitik, die Finanzmärkte und den Wert des Dollars auswirken. Eine lockerere Zinspolitik könnte beispielsweise zusätzliches Kapital in Richtung Kryptowährungen und andere risikoreiche Anlagen lenken.
Spannungen über die Unabhängigkeit der Fed
Warsh ist bei der Fed kein Unbekannter. Er war bereits von 2006 bis 2011 unter den Präsidenten George W. Bush und Barack Obama Gouverneur. Auch zu Kryptowährungen äußerte er sich 2025 positiv und bezeichnete Bitcoin (BTC) als eine „transformative” Technologie und „ein wichtiges Gut, das politische Entscheidungsträger informieren kann”. Im vergangenen Monat wurde bekannt, dass er in mehr als zwanzig Kryptounternehmen und -projekte investiert hat.
In seiner Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats stellten viele Demokraten kritische Fragen zu seiner Unabhängigkeit vom Weißen Haus. Ob diese Bedenken berechtigt sind, wird sich in der kommenden Zeit zeigen.
Die Bestätigung von Warsh fällt mit einer arbeitsreichen Woche für den Kryptosektor in Washington zusammen. Morgen diskutiert der Bankenausschuss des Senats über ein neues Gesetz zur Marktstruktur für Kryptowährungen. Der sogenannte CLARITY Act soll unter anderem festlegen, welche Aufsichtsbehörden für Kryptowährungen und Stablecoins in den USA zuständig sind.
Am Montag veröffentlichte der Ausschuss den endgültigen Text des CLARITY Act, einschließlich einer Vereinbarung zur Rendite auf Stablecoins, die seit Jahren für Unstimmigkeiten zwischen Krypto- und Bankensektor gesorgt hat. Wenn der Ausschuss das Gesetzesvorhaben genehmigt, könnte es zur Abstimmung im gesamten Senat kommen.
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