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Die Amtszeit von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed), neigt sich dem Ende zu. Kevin Warsh gilt als der Hauptkandidat für seine Nachfolge. Bemerkenswert ist, dass er laut neuer Dokumente stark in eine Vielzahl von Blockchain-Unternehmen investiert.

Warsh: Breite und tiefe Krypto-Investitionen

Seine finanziellen Dokumente zeigen, dass Kevin Warsh Beteiligungen an mehr als zwanzig Kryptounternehmen und -projekten hält. Dazu zählen Investitionen in Handelsplattformen wie dYdX und Lighter sowie Positionen in Blockchain-Netzwerken wie Solana (SOL) und Optimism (OP).

Zusätzlich ist er in Projekte rund um Bitcoin (BTC) engagiert, darunter das Lightning Network, das schnelle und kostengünstige Zahlungen ermöglicht.

Warsh ist auch in der dezentralen Finanzwelt (DeFi) aktiv. Er investiert unter anderem in Compound, eine Plattform, auf der Nutzer Krypto ohne Banken verleihen und leihen können.

Viele dieser Investitionen befinden sich jedoch in Fonds, sodass nicht immer klar ist, wie viel Geld genau in Krypto steckt. Zudem hält Warsh größere Positionen in Investmentfonds, die möglicherweise Krypto enthalten, ohne dass dies vollständig transparent ist.

Verkauf der Beteiligungen bei Ernennung erforderlich

Es ist noch nicht sicher, dass Warsh tatsächlich Fed-Vorsitzender wird. Sollte er ernannt werden, müsste er jedoch seine Krypto-Investitionen veräußern, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Die Amtszeit von Jerome Powell endet am 15. Mai. Danach könnte Warsh den Vorsitz übernehmen.

Warsh müsste sich zudem möglicherweise vorübergehend von Entscheidungen zurückziehen, die seine früheren Investitionen betreffen. Diese sogenannte „Recusal“-Phase könnte etwa ein Jahr dauern.

Entscheidende Woche für Warsh

An der Prognosebörse Polymarket sind Anleger überzeugt, dass Warsh der nächste Fed-Vorsitzende wird. Seine Chancen werden derzeit auf etwa 95 Prozent geschätzt.

Nächste Woche muss Warsh vor einer Anhörung im US-Senat erscheinen. Diese ist entscheidend für seine Ernennung. Senatoren werden ihn zu Themen wie Zinsen, Inflation und Wirtschaftspolitik befragen.

Erhält er danach genügend Unterstützung, folgt eine Abstimmung im Senat. Bei einer Mehrheit wird er offiziell zum Fed-Vorsitzenden ernannt.

Für Anleger ist dieser Moment von Bedeutung. Sie erhalten Einblick in Warshs Sichtweise auf die Zinspolitik. Niedrigere Zinsen sind in der Regel vorteilhaft für die Märkte, da sie das Leihen günstiger machen und oft zu mehr Geld im Umlauf führen. Dieses Geld sucht dann nach Renditen in risikoreicheren Anlagen wie Krypto und Aktien.

Streng oder flexibel?

Die Meinungen über Warsh sind gespalten. Einerseits ist er als strikter Inflationsgegner und Befürworter hoher Zinsen bekannt. Bereits während der Finanzkrise 2008 warnte er vor Inflation, obwohl die Wirtschaft mit Deflation und massiver Arbeitslosigkeit zu kämpfen hatte.

Andererseits glaubt der Ökonom Robin Brooks, dass Warsh die Zinsen möglicherweise aggressiv senken könnte. Er sagte, viele Menschen hielten Warsh für streng und konservativ, dabei wisse er auch, dass Trump ihn leicht fallen lassen könne, wenn er nicht liefert. Er wolle die Wirtschaft ankurbeln, was eine Lockerung bedeute.

Zur quantitativen Lockerung, einem weiteren wichtigen Instrument der Geldpolitik, äußerte sich Warsh in der Vergangenheit kritisch. Diese besteht im Wesentlichen im Anleihenkauf durch die Zentralbank, um zusätzliches Geld in die Wirtschaft zu pumpen.

Bereits seit dem 1. Dezember gibt es eine Art „leichte quantitative Lockerung“. Dies geschah, als Powell ankündigte, dass die Fed monatlich etwa 40 Milliarden Dollar in kurzfristige Staatsanleihen investiert.

Zuletzt senkte die Fed die Zinsen im September 2025. Die Zinsen lagen damals bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Derzeit scheint es jedoch wenig Spielraum für weitere Senkungen zu geben.

Das Konflikt im Nahen Osten sorgt für erhebliche Unsicherheiten. Die Spannungen haben die Ölpreise stark ansteigen lassen, was die Inflation anheizen und Zinssenkungen erschweren könnte.

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