Die US-Inflation ist im März auf den höchsten Stand seit 2024 gestiegen, hauptsächlich aufgrund rapide anziehender Energiepreise. Dies geht aus neuen Zahlen des Bureau of Labor Statistics hervor. Die Daten entsprachen weitgehend den Erwartungen, doch scheint die zugrunde liegende Inflation etwas nachzulassen. Dies führte unmittelbar zu Bewegungen auf den Finanzmärkten und beim Bitcoin-Kurs.
Inflation steigt durch Energiepreise stark an
Der Verbraucherpreisindex, besser bekannt als CPI, stieg im März um 0,9 Prozent im Monatsvergleich. Auf Jahresbasis liegt die Inflation bei 3,3 Prozent. Damit ist das Niveau höher als in den vorherigen Monaten und verzeichnet den stärksten Anstieg seit Langem.
Hauptursache sind die Energiepreise, die innerhalb eines Monats um über zehn Prozent nach oben schnellten. Besonders Benzin sticht hervor, mit einem Anstieg von über zwanzig Prozent. Laut US-Daten ist dies für den größten Teil des gesamten Inflationsanstiegs verantwortlich.
Der Konflikt mit Iran spielt hierbei eine zentrale Rolle. Die Spannungen ließen den Ölpreis deutlich steigen, was sich direkt an der Tankstelle und in der übrigen Wirtschaft bemerkbar macht.
Kerninflation fällt geringer aus
Gleichzeitig zeigt die sogenannte Kerninflation ein anderes Bild. Diese Kennzahl schließt Energie und Lebensmittel aus und wird von der Federal Reserve genau beobachtet.
Die Kerninflation stieg um 0,2 Prozent im Monatsvergleich und 2,6 Prozent im Jahresvergleich. Das ist niedriger als erwartet. Ökonomen rechneten mit 0,3 bzw. 2,7 Prozent.
Dies deutet darauf hin, dass der zugrunde liegende Inflationsdruck möglicherweise abnimmt. Analysten sehen darin ein vorsichtig positives Signal für die Märkte. Anleihen stiegen nach der Veröffentlichung, während der Dollar nachgab.
Dennoch bleibt Unsicherheit bestehen. Energiepreise könnten länger hoch bleiben, selbst wenn sich der Konflikt abschwächt. Auch höhere Transportkosten und teurere Rohstoffe könnten später in den Preisen von Konsumgütern durchschlagen.
Was bedeuten die Zahlen für die Federal Reserve und Bitcoin?
Die neuen Inflationszahlen stellen die Federal Reserve erneut vor eine schwierige Entscheidung. Die Gesamtinflation liegt mit 3,3 Prozent noch immer deutlich über dem Ziel von 2 Prozent. Gleichzeitig fiel die Kerninflation etwas niedriger aus als erwartet. Das deutet darauf hin, dass der zugrunde liegende Preisdruck weniger stark ansteigt, als Anleger zuvor befürchtet hatten.
Für die US-Notenbank ändert sich dadurch nicht alles, dennoch wird das Bild komplizierter. Die Inflation bleibt zu hoch, um schnell Entwarnung zu geben. Doch die niedrigere Kerninflation schafft etwas Raum zum Abwarten. An den Finanzmärkten wird daher weitgehend davon ausgegangen, dass die Zinsen später in diesem Monat erneut unverändert bleiben.
Hinzu kommt ein weiteres Risiko. Analysten betonen, dass ein höherer Ölpreis die Inflation in den kommenden Monaten weiter anheizen könnte. Es kursieren Fed-Schätzungen, dass jede Erhöhung des Ölpreises um 10 Dollar etwa 0,2 Prozentpunkte zur Inflation hinzufügen kann. Nach dem jüngsten Energieschock wird die Notenbank diesen Faktor genau beobachten.

Bitcoin (BTC) reagierte sofort auf die Zahlen. Gegen 14:30 Uhr schnellte der Kurs kurz nach oben, bevor BTC bei rund 72.300 Dollar gehandelt wurde. Diese Reaktion zeigt, dass Anleger vor allem Erleichterung aus der niedriger als erwarteten Kerninflation schöpften. Für Krypto ist das relevant, da eine geringere zugrunde liegende Inflation die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Fed vorerst ruhig bleibt, auch wenn die Hauptinflation hoch bleibt.
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