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Der börsennotierte Zahlungsdienstleister Strategy, der weltweit größte institutionelle Bitcoin-Halter, hat erneut einen Bitcoin-Kauf angekündigt. Damit wächst das ohnehin schon beachtliche Vermögen des Unternehmens weiter.

Wichtiger ist jedoch, dass Michael Saylor erneut seinen Ankündigungen Taten folgen lässt. Er hatte bereits betont, dass sein Unternehmen immer ein „Netto-Akkumulator“ bleiben würde, doch nach dem Verkauf vor einiger Zeit begannen viele Investoren daran zu zweifeln.

1.587 zusätzliche Bitcoin im Bestand

Strategy kaufte zwischen dem 8. und 14. Juni weitere 1.587 BTC für rund 100 Millionen Dollar. Saylor machte die Ankündigung auf dem Social-Media-Plattform X, und das Unternehmen bestätigte den Kauf bei der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC). Diese Meldung ist für ein börsennotiertes Unternehmen verpflichtend.

Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 63.024 Dollar pro Coin. Der gesamte Besitz beläuft sich somit auf 846.842 Bitcoin, was zusammen etwa 56 Milliarden Dollar entspricht. Das sind mehr als 4 Prozent aller 21 Millionen Bitcoin, die jemals existieren können.

Strategy begann Ende 2020 mit dem Aufkauf von Bitcoin und zieht seitdem immer mehr Kapital an, um den Bestand zu vergrößern.

Das Geld kam durch den Verkauf eigener Aktien herein, ebenso wie der größte Teil des Bestandes. Letzte Woche beschaffte das Unternehmen so 209 Millionen Dollar durch den Verkauf von 1,73 Millionen MSTR-Aktien.

In diesem Jahr hat Strategy bereits mehr als 13 Milliarden Dollar für den Neukauf von Coins ausgegeben. Ein großer Teil davon wurde mit STRC-Aktien finanziert, speziellen Aktien, die monatlich Dividenden ausschütten. Doch der Kurs liegt seit Mitte Mai unter 100 Dollar, und dann werden keine neuen Aktien ausgegeben.

Für alle seine Bitcoin zahlte Strategy im Durchschnitt 75.656 Dollar. Beim aktuellen BTC Kurs von rund 66.500 Dollar steht das Unternehmen somit etwa 7,8 Milliarden Dollar im Minus, auf dem Papier. Doch das Unternehmen kauft weiterhin zu.

Saylor beruhigt die Bitcoin-Community

Anfang dieses Monats sorgte Strategy für Unruhe auf dem Markt. Das Unternehmen meldete am 1. Juni den Verkauf von 32 BTC für etwa 2,5 Millionen Dollar. Es war erst der zweite Verkauf überhaupt.

Viele Anleger waren besorgt, da sie glaubten, Saylor habe geschworen, nie zu verkaufen. Der Kurs zeigte die Auswirkungen: Bitcoin fiel um fast 15 Prozent und die MSTR-Aktie sogar um 24 Prozent.

Doch Saylor hatte bereits auf einen möglichen Verkauf angedeutet. Bei der Erläuterung zu den Quartalszahlen nannte er einen kleinen Verkauf ein Signal.

„Wir werden wahrscheinlich etwas Bitcoin verkaufen, um eine Dividende auszuzahlen, einfach um den Markt zu impfen. Einfach um die Botschaft zu senden, dass wir es getan haben“, sagte er.

Gleichzeitig beruhigte er die Anleger. „Selbst wenn wir einen Bitcoin verkaufen, kaufen wir 10 bis 20 dazu“, sagte er später in einem Podcast.

„Man muss netto ein Akkumulator von Bitcoin sein“, sagte der Vorstandsvorsitzende. „Man möchte jedes Jahr mit mehr Bitcoin enden, als man zu Beginn hatte.“

Auf der BTC Prague verteidigte er den Schritt erneut. Ihm zufolge hatte er nur Privatpersonen vom Verkauf abgeraten, nicht dem Unternehmen selbst.

„Ich habe nie gesagt, dass das Unternehmen keine Bitcoin verkaufen würde. Und jeder, der unseren Quartalsbericht hört oder liest oder ein wenig Ahnung hat, weiß, dass wir in den letzten fünf Jahren sehr klar gesagt haben, dass wir die Bitcoin natürlich verkaufen, wenn es nötig ist“, so Saylor.

Viele glauben, dass Strategy gezwungen wird zu verkaufen, sobald der Kurs weit genug fällt. Das ist ein Missverständnis. Die Bitcoins dienen nicht als Sicherheit, daher führt ein Rückgang nicht automatisch zum Verkauf.

Strategy hat jedoch über 6 Milliarden Dollar an wandelbaren Anleihen im Umlauf, eine Art Darlehen, das Investoren in Aktien umtauschen können. Diese müssen auf längere Sicht zurückgezahlt werden, wobei der erste große Fälligkeitszeitpunkt im September 2028 liegt.

Die Dividenden stellen kurzfristig kein Problem dar. Sie sind in Dollar festgelegt, und das Unternehmen zahlt sie vor allem mit neuen Aktien. Zudem hat Strategy mehr Geld zurückgelegt: Die Dollarreserve wuchs um 100 Millionen Dollar auf 1,1 Milliarden Dollar.

Diese Reserve deckt die Dividenden, unter anderem auf die STRC-Aktien. Der Verkauf Anfang Juni zeigte, dass Strategy im Notfall auch Bitcoin dafür einsetzt.

Aber letzte Woche hat es auch schon 1.550 BTC vom Markt geholt. Nach dem Verkauf wurden also bereits 3.137 Coins nachgekauft, 98-mal so viele wie verkauft wurden. So setzt das Unternehmen seine Bitcoin-Strategie unvermindert fort.

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