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Die US-Aktienfutures notieren am Mittwoch höher, nachdem die Inflationsdaten überraschend moderat ausgefallen sind. Anleger setzen darauf, dass die Federal Reserve im Juli vorerst nicht erneut eingreifen muss.
Die Dow-Futures legten leicht zu, die S&P-500-Futures gewannen 0,18 Prozent und die Nasdaq-100-Futures stiegen um 0,73 Prozent.
Damit erhalten vor allem Technologiewerte wieder Rückenwind. Niedrigere Zinserwartungen stützen Wachstumsaktien, weil künftige Gewinne bei geringeren Zinsen weniger stark abgezinst werden.
Der US-Verbraucherpreisindex sank im Juni gegenüber Mai um 0,4 Prozent. Auf Jahressicht lag die Inflation bei 3,5 Prozent. Das war weniger als erwartet. Volkswirte hatten mit einem monatlichen Rückgang von 0,2 Prozent und einer Jahresinflation von 3,8 Prozent gerechnet.
Für Anleger waren das genau die Daten, auf die der Markt gewartet hatte. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juli fiel laut CME FedWatch von 42 Prozent auf 17 Prozent.
Der Markt rechnet damit weniger fest damit, dass Fed-Chef Kevin Warsh bereits in diesem Monat erneut an der Zinsschraube drehen muss.
Die Erleichterung ist nachvollziehbar, aber nicht ohne Einschränkung. Ein Teil der Abkühlung ging auf Energiepreise zurück. Zugleich zieht der Ölpreis wegen der Spannungen um Iran und die Straße von Hormus wieder an.

Genau darin liegt die Schwachstelle. Bleibt Öl teuer oder steigt der Preis erneut, könnte die Inflation später wieder zurückkehren. Einige Analysten verweisen zudem darauf, dass der KI-Boom selbst inflationär wirkt. Die enorme Nachfrage nach Rechenzentren, Chips, Strom und Infrastruktur hält die Wirtschaft robust, erhöht aber auch den Bedarf an Kapital und Rohstoffen.
Deshalb preist der Markt weiterhin eine Zinserhöhung im weiteren Jahresverlauf ein. Für September liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der Leitzins höher steht als heute, bei rund 63 Prozent.
In Asien war die Erleichterung deutlich sichtbar. Der südkoreanische Kospi stieg um 6,3 Prozent, der Kosdaq gewann 4 Prozent. Auch japanische Aktien notierten höher.
Südkorea war in den vergangenen Tagen durch Sorgen über Bewertungen, Ölpreise und Geopolitik stark unter Druck geraten. Die moderaten US-Inflationsdaten sorgen nun für eine Gegenbewegung.

Auffällig war, dass Gold und US-Staatsanleihen trotz neuer amerikanischer Angriffe auf Iran und der Wiederaufnahme einer Seeblockade bei Hormus nachgaben.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,60 Prozent, während Gold auf etwa 4.030 Dollar je Feinunze fiel.

Das zeigt, dass Anleger derzeit stärker auf Zinsen, Inflation und Positionierung achten als auf klassische sichere Häfen.
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