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Das US-Haushaltsdefizit hat sich 2026 erstmals seit Beginn des Haushaltsjahres wieder ausgeweitet. Hauptgrund ist eine große Welle von Rückzahlungen von Importzöllen, die der Supreme Court für rechtswidrig erklärt hat. Dadurch brechen die Zolleinnahmen plötzlich deutlich ein.

Rückzahlungen steigen rasch

Zahlen des US-Finanzministeriums zeigen, dass das Defizit des Bundeshaushalts in den ersten neun Monaten des Haushaltsjahres 2026 auf 1,37 Billionen Dollar gestiegen ist. Das sind 2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allein im Juni lag das Defizit bei 120 Milliarden Dollar.

Ein Haushaltsdefizit entsteht, wenn der Staat mehr Geld ausgibt, als er einnimmt. In den Monaten zuvor war das Defizit noch zurückgegangen, unter anderem wegen höherer Steuereinnahmen und der Einnahmen aus den Importzöllen von Präsident Donald Trump.

Der Supreme Court entschied, dass Trump diese weitreichenden Importzölle nicht eigenmächtig auf Grundlage eines Notstandsgesetzes einführen durfte, und hob im Februar einen großen Teil der Abgaben auf. Nach Auffassung der Richter liegt die Zuständigkeit für solche Zölle in erster Linie beim Kongress. Damit wurden die Abgaben ungültig, und die Regierung muss bereits vereinnahmte Beträge an Importeure zurückzahlen.

Im Juni sanken die Nettoeinnahmen aus Zöllen um 25,6 Milliarden Dollar. Die Rückzahlungen stiegen von knapp 22 Milliarden Dollar im Mai auf 49,2 Milliarden Dollar im Juni. Von den geschätzten 166 Milliarden Dollar, die am Ende erstattet werden müssen, ist inzwischen mehr als die Hälfte ausgezahlt.

Vorübergehender Effekt, doch der Druck auf die Staatsfinanzen bleibt

Analysten von Evercore ISI gehen davon aus, dass die Rückzahlungen groß genug sind, um in diesem Jahr spürbare Folgen für Wirtschaft und Finanzmärkte zu haben. Der Effekt auf das Haushaltsdefizit dürfte aus ihrer Sicht allerdings vorübergehend sein, weil die Regierung an neuen Importzöllen arbeitet.

So untersucht die US-Handelsbeauftragte derzeit rund sechzig Länder auf mögliche Verstöße gegen Vorschriften zu Zwangsarbeit. Diese Untersuchungen könnten später als rechtliche Grundlage für neue Zölle dienen. Evercore erwartet, dass die jährlichen Einnahmen aus Importzöllen letztlich wieder auf mehr als 300 Milliarden Dollar steigen könnten.

Die grundsätzliche Lage der Staatsfinanzen bleibt dennoch angespannt. Die Staatsausgaben sind in diesem Jahr bislang um 3 Prozent gestiegen, vor allem wegen höherer Kosten für Social Security, Medicare, Medicaid und Zinszahlungen auf die Staatsschulden.

Für Anleger ist das relevant, weil ein größeres Defizit bedeutet, dass die US-Regierung mehr Geld aufnehmen muss. Das kann zu zusätzlichen Emissionen von Staatsanleihen und Aufwärtsdruck bei den Zinsen führen. Das wiederum belastet Aktien, Bitcoin (BTC) und Gold. Als sicher geltende Staatsanleihen werden dann attraktiver, während höhere Finanzierungskosten auf die Liquidität drücken.

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