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Die Beschäftigung am US-Arbeitsmarkt ist im Juli überraschend gesunken. Nach neuen Zahlen des Bureau of Labor Statistics gingen netto 23.000 Stellen verloren, während Ökonomen mit einem Plus von rund 83.000 Jobs gerechnet hatten.
Die Reaktion an den Finanzmärkten ließ nicht lange auf sich warten. Der Goldpreis sprang umgehend nach oben, der Dollar gab nach und die Renditen amerikanischer Staatsanleihen fielen deutlich.
Die US-Wirtschaft verlor im Juli außerhalb der Landwirtschaft 23.000 Stellen. Damit blieb der Arbeitsmarkt um mehr als 100.000 Jobs hinter den Erwartungen zurück. Erstmals seit Monaten wurde unter dem Strich Beschäftigung abgebaut.
Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote von 4,2 auf 4,1 Prozent. Auf den ersten Blick wirkt das positiv, doch auch die Erwerbsquote ging zurück. Sie fiel auf 61,4 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2021. Das bedeutet, dass ein kleinerer Teil der potenziellen Erwerbsbevölkerung arbeitet oder aktiv nach einer Stelle sucht.
Auch die Zahlen für die Vormonate fielen schwächer aus als zunächst gemeldet. Der Stellenaufbau im Mai und Juni wurde zusammen um 103.000 Jobs nach unten revidiert. Die Abkühlung am US-Arbeitsmarkt geht damit über den enttäuschenden Juli-Wert hinaus.
Auch die Lohnentwicklung blieb verhalten. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg im Monatsvergleich lediglich um 0,1 Prozent und damit weniger stark als von Ökonomen erwartet.
Anleger reagierten nahezu unmittelbar auf die schwachen Arbeitsmarktdaten. Der Goldpreis legte um mehr als ein Prozent zu und erreichte bei rund 4.367 Dollar je Feinunze den höchsten Stand seit fast zwei Monaten.

Auch am Anleihemarkt fiel die Reaktion deutlich aus. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen sank um rund acht Basispunkte auf 4,17 Prozent. Auch die Rendite zehnjähriger Papiere gab nach.
Das stützt den Goldpreis. Gold wirft selbst keine Zinsen ab und wird im Vergleich attraktiver, wenn die Renditen von Staatsanleihen sinken.
Zugleich verlor der US-Dollar an Boden. Der Euro stieg kurz nach der Veröffentlichung auf etwa 1,157 Dollar.

Der schwache Arbeitsmarkt veranlasst Anleger, ihre Erwartungen an die Federal Reserve anzupassen. Vor der Veröffentlichung hatte der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September noch auf rund 58 Prozent geschätzt. Nach dem Arbeitsmarktbericht sank sie auf etwa 44 Prozent.
Auch Aktien reagierten positiv. Futures auf den Nasdaq 100 stiegen um fast ein Prozent, während auch die Terminkontrakte auf den S&P 500 und den Dow Jones zulegten. Ein schwächerer Arbeitsmarkt verringert den Spielraum der Fed für weitere Zinserhöhungen, selbst wenn die Inflation weiterhin ein Problem bleibt.
Damit könnte der Arbeitsmarktbericht die Debatte innerhalb der Notenbank verändern. In den vergangenen Monaten konnte sich die Fed vor allem auf die Bekämpfung der hartnäckigen Inflation konzentrieren. Da die Beschäftigung nun überraschend sinkt und frühere Arbeitsmarktdaten deutlich nach unten revidiert wurden, muss die Notenbank eine Abschwächung am Arbeitsmarkt stärker berücksichtigen.
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