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Katar ruft die Golfstaaten dazu auf, gemeinsam auf ein Ende des Kriegs zwischen den USA und Iran hinzuwirken. Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani erklärte, die Länder der Region müssten mehr Verantwortung übernehmen, um eine weitere Eskalation zu verhindern und die Stabilität wiederherzustellen.
Katar spielt dabei selbst eine wichtige Rolle als Vermittler. Nach Angaben Al-Thanis werden über sein Land Botschaften zwischen Washington und Teheran ausgetauscht. Die diplomatischen Bemühungen kommen zu einem wichtigen Zeitpunkt: Donald Trump trifft sich in dieser Woche in New York mit den Staats- und Regierungschefs von sechs Golfstaaten, um über den weiteren Verlauf des Kriegs zu beraten.
Ein zentrales Thema der Gespräche ist die Straße von Hormus. Der Krieg hat die Schifffahrt auf dieser wichtigen Seeroute erheblich beeinträchtigt, mit weitreichenden Folgen für Handel und Energieexporte aus der Golfregion.
Al-Thani äußerte sich am Sonntag beim Qatar Economic Forum in New York, das am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen stattfindet.
„Wir hoffen, dass dieser Krieg für alle ein Weckruf ist“, sagte der katarische Ministerpräsident. „Die Region muss gemeinsam und verantwortungsvoll handeln.“
Aus seiner Sicht braucht es mehr Staaten, die versuchen, die Kriegsparteien einander näherzubringen. Katar zählt bereits zu den wichtigsten Vermittlern und übermittelt Botschaften zwischen den USA und Iran.
Die diplomatischen Bemühungen dürften in dieser Woche weiter an Intensität gewinnen. Trump trifft während der UN-Versammlung die Staats- und Regierungschefs aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain, Kuwait und Oman. Der US-Präsident sagte, sein weiteres Vorgehen im Krieg werde auch davon abhängen, was er in diesen Gesprächen höre.
Gleichzeitig deutet sich vorsichtig Spielraum für direkte Gespräche zwischen Washington und Teheran an. Trump sagte am Sonntag, er sei voraussichtlich offen für ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian, der ebenfalls zur UN-Versammlung in New York erwartet wird.
Iran hat den USA am Wochenende über Katar Bedingungen für eine Beendigung des Kriegs übermittelt. Die Regierung Trump prüft diese Vorschläge derzeit.
Für die Golfstaaten steht viel auf dem Spiel. Mehrere Länder der Region sind nicht nur selbst von Angriffen betroffen, auch ihre Energieexporte und Handelsrouten geraten unter Druck.
Besonders wichtig ist die Wiederherstellung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Die Route ist entscheidend für den Export von Öl und Gas aus der Golfregion. Der Krieg hat den Schiffsverkehr durch die Meerenge stark zurückgehen lassen und die Kosten für Transport und Versicherungen in die Höhe getrieben.
Der Appell Katars kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen rund um Saudi-Arabien erneut zunehmen. Die von Iran unterstützten Huthi haben ihre Angriffe auf das Land in den vergangenen Wochen ausgeweitet. Am Sonntag warnten US-Botschaften in der Region erneut nach einem Raketenangriff auf Riad.
Die Unruhe trifft auch die Energieinfrastruktur. Der vorliegenden Quelle zufolge wurde in der vergangenen Woche die wichtige East-West-Pipeline Saudi-Arabiens nach einem Drohnenangriff stillgelegt, der nach Angaben der saudischen Regierung aus dem Irak kam.
Diese Pipeline ist gerade deshalb wichtig, weil Saudi-Arabien über sie Öl ans Rote Meer transportieren kann, ohne die Straße von Hormus zu nutzen. Probleme auf dieser Alternativroute erhöhen damit die Verwundbarkeit der weltweiten Ölversorgung.
Katar setzt vorerst auf einen anderen Ansatz. Energieminister Saad Al-Kaabi sagte auf dem Forum, sein Land plane nicht, neue Gaspipelines zu bauen, um Hormus zu umgehen. Die Meerenge bleibe auch langfristig unverzichtbar für die Energieexporte der Region.
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