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Changpeng ‘CZ’ Zhao ist wieder ein freier Mann. Der Gründer der Kryptobörse Binance wurde gestern begnadigt von US-Präsident Donald Trump, der sich bei einem Pressetermin ungewöhnlich scharf zur früheren Strafverfolgung Zhaos äußerte. „Mir wurde gesagt, dass es nicht einmal um ein Verbrechen ging“, sagte Trump.
Trump betonte am Donnerstag, dass er Zhao nicht persönlich kennt. Dennoch entschied er sich, den früheren Binance-Chef zu begnadigen – auch auf Drängen „einer Menge Menschen“. „Es gab breite Unterstützung für ihn“, so Trump. „Man sagte: Das war kein Verbrechen. Er wurde von der Regierung Biden ins Visier genommen.“
Binance bestätigte, dass die Begnadigung am Mittwoch unterzeichnet wurde. Damit findet das juristische Nachspiel, das Zhao monatelang an die Seitenlinie gedrängt hatte, formal ein Ende.
Zhao wurde Ende 2023 zu vier Monaten Haft verurteilt, weil es bei Binance an einem wirksamen Anti-Geldwäsche-Programm fehlte. Seine Anwälte betonten schon damals, es habe weder Betrug noch Diebstahl gegeben – und auch keine Opfer.
Teresa Goody Guillén, die Anwältin von CZ, bekräftigte das am Donnerstag erneut. „Es gab nur einen Anklagepunkt: das Fehlen eines ordentlichen Compliance-Programms. Kein Betrug, keine kriminelle Vergangenheit, keine Geldwäsche.“ Ihren Angaben zufolge ist Zhao der einzige ‘first-time offender’ in den USA, der je für einen ähnlichen Tatvorwurf Haft erhielt.
Außerdem befand das Gericht, es gebe keine Beweise dafür, dass Zhao von illegalen Transaktionen wusste. „Es war plausibel, dass er glaubte, dass auf der Plattform nichts Illegales geschah“, so Guillén.
Auf X ließ Zhao wissen, er sei „zutiefst dankbar“ für die Begnadigung. Er deutete zugleich auf ein Comeback in der Krypto-Welt hin: „Wir werden alles daransetzen, Amerika zum Zentrum von Krypto zu machen und Web3 weltweit wachsen zu lassen.“
Nach seinem Vergleich mit den US-Behörden musste CZ als CEO von Binance zurücktreten und durfte nicht länger für das Unternehmen arbeiten. Dank der Begnadigung könnte diese Beschränkung nun wegfallen – die Tür für ein Comeback stünde damit zumindest einen Spalt weit offen.
Trumps Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem er sich deutlich als „pro Krypto“ positioniert. Indem er CZ begnadigt und die Regierung Biden kritisiert, stellt er sich als Gegenpol zur derzeitigen Politik rund um digitale Währungen dar.
Ob Zhao tatsächlich zu Binance zurückkehrt, ist vorerst unklar. Mit der Begnadigung ist jedoch immerhin ein wichtiges Hindernis aus dem Weg geräumt.
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