US-Präsident Donald Trump hat erneut einen bemerkenswerten Vorstoß präsentiert: Er möchte, dass die meisten Amerikaner eine sogenannte Zolldividende von mindestens 2.000 Dollar erhalten. Ein Plan, der auch Folgen für den Kryptomarkt haben könnte.
Trump-Versprechen weckt Erinnerungen an die Bitcoin-Rallye
Der beliebte X-Account Bitcoin Archive, bekannt für seine Updates zu Kryptonews, zieht eine Verbindung zwischen Trumps Vorschlag und dem Bitcoin (BTC)-Kurs. „Erinnert euch, was nach den Stimulus-Zahlungen 2020 mit Bitcoin passiert ist“, schreibt der Account.
2020 erhielten Amerikaner direkte Staatszahlungen wegen der Corona-Pandemie, die zu einem plötzlichen wirtschaftlichen Einbruch führte.
Im März 2020 bekamen Erwachsene 1.200 Dollar, mit zusätzlich 500 Dollar pro Kind unter 17 Jahren. Es folgten zwei weitere Runden mit 600 bzw. 1.400 Dollar pro Erwachsenem. Ein Teil dieses Geldes floss in Anlagen wie Aktien und Krypto. Im Jahr darauf erlebte Bitcoin eine massive Rallye: Der Kurs stieg von rund 6.500 Dollar auf einen Höchststand von 67.000 Dollar.
Laut Bitcoin Archive könnte eine neue Auszahlung erneut die Nachfrage nach digitalen Assets wie Bitcoin ankurbeln. Direkt nach der Nachricht legte der BTC-Kurs denn auch zu: von etwa 101.600 Dollar kletterte BTC innerhalb von 12 Stunden auf 106.400 Dollar.
Sollten die Mittel aus Trumps Plan tatsächlich bereitstehen, könnte der Kurs weiter steigen. Die Lage ist jedoch eine andere als 2020. Der Kryptomarkt hat bereits kräftige Preissteigerungen hinter sich, und während die Zinsen in der Corona-Krise nahe 0 Prozent lagen, befinden sie sich jetzt weiterhin auf einem relativ hohen Niveau: zwischen 3,75 und 4,00 Prozent.
Was Trump vorschlägt
Trump will den US-Bürgern erneut eine finanzielle Entlastung verschaffen, diesmal finanziert aus den Einnahmen von Importzöllen. Der Betrag soll nach seinen Angaben mindestens 2.000 Dollar pro Person betragen, gelten soll dies allerdings nur für Menschen mit mittlerem oder niedrigem Einkommen.
Diese Zolldividende solle zu einer wiederkehrenden Zahlung werden, mit der Amerikaner direkt von der internationalen Handelspolitik profitieren. Sein Team bezeichnet den Vorschlag als eine Möglichkeit, die heimische Wirtschaft zu stärken, doch Kritiker zweifeln sowohl die rechtliche als auch die finanzielle Umsetzbarkeit an.
Finanzminister Scott Bessent sagte, das Dividendemodell könne „in allerlei Formen“ kommen. „Es kann schlicht die Steuersenkungen sein, die wir bereits in den Plänen des Präsidenten sehen – keine Steuer auf Trinkgelder, keine Steuer auf Überstunden, keine Steuer auf Sozialversicherung, und Abzugsfähigkeit von Autokrediten“, suggerierte er. Es muss also keine direkte Zahlung sein, wie es 2020 der Fall war.
Plan wankt laut Ökonomin
Obwohl der Vorstoß viel Aufmerksamkeit erhält, ist seine Umsetzung alles andere als sicher. Die Finanzierung ist wackelig. Laut der Ökonomin Erica York würde der Plan rund 300 Milliarden Dollar kosten, wenn nur Erwachsene mit einem Einkommen unter 100.000 Dollar teilnähmen. Würden auch Kinder berücksichtigt, stiege die Summe weiter.
Dem stehen Einnahmen aus neuen Zöllen gegenüber, die bislang lediglich 120 Milliarden Dollar eingebracht haben – weit unter dem benötigten Betrag. Auch breitere Schätzungen aller Zolleinnahmen kommen nur auf rund 195 Milliarden Dollar und bleiben damit deutlich zu niedrig.
Zudem ist fraglich, ob diese 2.000 Dollar den Amerikanern wirklich etwas bringen. Höhere Importzölle haben in der Vergangenheit zu teureren Produkten geführt, sodass Verbraucher selbst mehr zahlen mussten. Fed-Chef Jerome Powell hat wiederholt betont, dass solche Zölle die Inflation anheizen – was Zinssenkungen verzögert und die Wirtschaft belastet.
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