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Der Ölpreis zog am Dienstag zunächst deutlich an, weil die Spannungen rund um die Straße von Hormus zunahmen. Einen Teil der Gewinne gab er jedoch wieder ab, nachdem Donald Trump seinen Plan für eine Abgabe auf die Schifffahrt durch die strategisch wichtige Route zurückgezogen hatte. Der US-Präsident will die vorgeschlagene Gebühr nach eigenen Angaben durch Handels- und Investitionsvereinbarungen mit Golfstaaten ersetzen.
Trump gab am Dienstag über Truth Social bekannt, dass er auf eine vorgeschlagene Gebühr von 20 Prozent auf Fracht verzichtet, die durch die Straße von Hormus transportiert wird. Einen Tag zuvor hatte er noch erklärt, die Vereinigten Staaten hätten Anspruch auf diese Zahlung, weil die US-Marine die Schifffahrt in der Region schütze.
Nach Gesprächen mit führenden Politikern aus dem Nahen Osten sei der Plan laut Trump vom Tisch. Stattdessen erwartet er, dass Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain und Kuwait ihre Investitionen in den Vereinigten Staaten ausweiten.
Die Reaktion am Ölmarkt ließ nicht lange auf sich warten. Der Preis für die US-Sorte WTI stieg im Tagesverlauf zunächst auf mehr als 80 Dollar je Barrel, fiel anschließend aber auf rund 79,50 Dollar zurück. Brent wurde bei etwa 85 Dollar je Barrel gehandelt.

Auch wenn Trump seinen Abgabeplan aufgegeben hat, bleibt die Lage in der Straße von Hormus äußerst angespannt. Iran und die Vereinigten Staaten stehen sich bei der Kontrolle der wichtigen Seeroute unversöhnlich gegenüber. Durch die Meerenge läuft normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung.
In den vergangenen Tagen führte das US-Militär mehrere Angriffe auf Ziele entlang der iranischen Küste aus. Nach Angaben des US Central Command sollen sie Irans Fähigkeit schwächen, Handelsschiffe anzugreifen.
Iran meldete seinerseits Angriffe auf Öltanker, die ohne aktive Transponder durch die Meerenge fuhren. Auch die staatliche Ölgesellschaft ADNOC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bestätigte, dass zwei ihrer Tanker von Geschossen getroffen wurden. Dabei kam ein Besatzungsmitglied ums Leben, mehrere weitere Menschen an Bord wurden verletzt.
Zudem kündigte das US-Militär an, eine Blockade gegen die iranische Schifffahrt wieder in Kraft zu setzen.
Analysten warnen, dass die geopolitischen Spannungen für den Ölmarkt weiterhin ein erhebliches Risiko darstellen. Citi zufolge hat Trumps ursprünglicher Vorschlag die Gefahr einer weiteren militärischen Eskalation deutlich erhöht.
Nach Einschätzung der Bank wächst zudem das Risiko, dass Iran sich aus den vorläufigen Vereinbarungen mit den Vereinigten Staaten zurückzieht. In diesem Szenario dürften die Ölpreise voraussichtlich länger auf hohem Niveau bleiben.
Damit bleibt die Straße von Hormus einer der wichtigsten Faktoren für die Energiemärkte weltweit. Jede Störung der Schifffahrt durch diese schmale Passage kann erhebliche Folgen für die globale Ölversorgung haben.
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