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Der Waffenstillstand zwischen den USA und Iran bleibt vorerst bestehen. US-Präsident Donald Trump verkündete gestern Abend, dass er die Vereinbarung einseitig verlängert – einen Tag, nachdem er noch meinte, es käme keine Verlängerung zustande.
Trump gewährt dem Iran so Zeit für einen Friedensvorschlag. Doch laut einem Berater des iranischen Parlamentspräsidenten versucht er lediglich, Zeit für einen „Überraschungsangriff“ zu gewinnen.
Auf seinem eigenen Social-Media-Plattform Truth Social schrieb Trump, der Waffenstillstand bleibe bestehen, bis Iran einen Gegenvorschlag unterbreitet „und Gespräche abgeschlossen sind“. Um etwa 4 Uhr deutscher Zeit verkündete der US-Präsident dies, etwa sieben Stunden bevor die Vereinbarung auslaufen sollte.
Das war der Hauptgrund für den enormen Kursanstieg von Bitcoin (BTC) in der vergangenen Nacht. Die größte Kryptowährung erreichte mit fast 78.500 Dollar ihren höchsten Kurs seit Anfang Februar.
Am Montag klang es aus Washington noch ganz anders. Trump ließ verlauten, dass er das Abkommen nicht verlängern wolle, da die USA „nicht viel Zeit“ hätten. Doch wer die Nachrichten rund um diesen Konflikt verfolgt, weiß, dass die Aussagen des Präsidenten wenig Beständigkeit haben.
Laut Trump erfolgte die Kehrtwende auf Bitte des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif und Feldmarschall Munir. Pakistan vermittelt seit Ausbruch des Krieges Ende Februar zwischen den beiden Parteien.
Heute hätte eigentlich die zweite Verhandlungsrunde in Islamabad stattfinden sollen. Vizepräsident JD Vance war bereit, in das Flugzeug zu steigen, aber das Weiße Haus bestätigte, dass er in Washington bleibt. Iran hat ohnehin nie offiziell zugesagt, an den Verhandlungen teilzunehmen.
Die vorherige Runde am 11. und 12. April verlief ebenfalls ergebnislos. Die beiden Parteien stießen vor allem bei zwei heiklen Punkten aufeinander: dem iranischen Atomprogramm und der Straße von Hormus.
Der Westen befürchtet seit Jahrzehnten, dass Iran heimlich an einer Atombombe arbeitet, und Trump will das um jeden Preis verhindern. Washington forderte, dass Iran seine Urananreicherung für zwanzig Jahre aussetzt, aber Teheran wollte nicht länger als fünf Jahre zustimmen.
Iran weigerte sich auch, die Kontrolle über die strategische Meerenge aufzugeben, durch die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt.
Trotz der Verlängerung greift Teheran die USA weiterhin offen an. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bezeichnet die amerikanische Hafenblockade als „Kriegsverbrechen und Verletzung des Waffenstillstands“.
Mit dieser Blockade hindert die US-Marine seit letzter Woche sämtliche Schifffahrt von und zu iranischen Häfen. Es ist das stärkste Druckmittel, das Washington zur Verfügung hat, um Iran wieder an den Verhandlungstisch zu zwingen.
Araghchi zweifelt an der Aufrichtigkeit der Amerikaner. Am vergangenen Sonntag eröffnete die US-Marine das Feuer auf ein iranisches Frachtschiff im Golf von Oman und beschlagnahmte das Containerschiff Touska. Iran nannte die Aktion „extrem gefährlich“ und „kriminell“.
Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf schrieb, dass Trump „den Verhandlungstisch in einen Tisch der Kapitulation verwandeln“ wolle.
Iran müsse laut ihm einem amerikanischen Überraschungsangriff zuvorkommen, indem es selbst eingreift. „Wir haben uns in den letzten zwei Wochen darauf vorbereitet, neue Karten auf dem Schlachtfeld zu zeigen.“
In den vergangenen Tagen berichteten iranische Staatsmedien auch, dass Iran nur an den Verhandlungstisch kommen werde, sobald die amerikanische Seeblockade aufgehoben wird. Gleichzeitig sagt Trump, dass dies eine Vereinbarung „unmöglich“ machen würde.
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