Der ehemalige US-Präsident Donald Trump plant offenbar, Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der Federal Reserve zu nominieren. Laut Insidern soll der republikanische Präsidentschaftskandidat seine Entscheidung heute offiziell bekanntgeben.

Warsh als Favorit für zentrale Rolle bei Zinssenkungen

Quellen aus dem Weißen Haus zufolge ist Kevin Warsh der Hauptkandidat, um Jerome Powell als Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed) abzulösen. Trump sagte am Donnerstag, seine Wahl werde „nicht überraschend“ sein und eine Person betreffen, die „jeder in der Finanzwelt kennt“.

Warsh war bereits Gouverneur bei der Fed und beriet Trump während seiner ersten Amtszeit. Er gilt als sichere, bekannte Wahl für Wall Street. Dennoch betonen Beteiligte, dass die Entscheidung erst nach Trumps offizieller Bekanntgabe endgültig ist.

Die mögliche Ernennung sorgte am Donnerstag sofort für Reaktionen an den Märkten. Aktien fielen, die Renditen auf US-Staatsanleihen stiegen und der Dollar legte zu. Edelmetalle verloren hingegen an Wert, was darauf hindeutet, dass Anleger mit einer strafferen Geldpolitik rechnen.

Kevin Warsh und Trumps Zinspolitik

Kevin Warsh galt lange als inflationär-strenger Falke. In den letzten Monaten näherte er sich jedoch der Linie von Trump an, der seit Längerem auf schnellere und tiefere Zinssenkungen drängt. Das macht Warsh attraktiv für das Weiße Haus, das wirtschaftliches Wachstum und lockerere finanzielle Bedingungen in den Mittelpunkt stellt.

Trump wünscht sich einen Fed-Vorsitzenden, der sowohl von den Märkten akzeptiert wird als auch bereit ist, die Zinsen weiter zu senken. Die Fed hielt die Zinsen diese Woche stabil, nach vorherigen Senkungen Ende letzten Jahres. Diese Entscheidung kam im Trump-Lager nicht überall gut an.

Senat könnte Ernennung blockieren

Der Weg zum Vorsitz ist nicht ohne Hindernisse. Senator Thom Tillis hat angekündigt, alle Fed-Ernennungen zu blockieren, solange eine Untersuchung zur Renovierung des Fed-Hauptquartiers läuft. Diese Untersuchung betrifft auch Powell persönlich und nährt Sorgen über die Unabhängigkeit der Zentralbank.

Laut Senatsführer John Thune ist eine Bestätigung ohne die Unterstützung von Tillis „wahrscheinlich nicht“ erreichbar. Das bedeutet, dass selbst ein klarer Favorit wie Warsh noch monatelang in Washington feststecken könnte.

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